Maps-Challenge: Welcher Web-Kartendienst hat das aktuellste Kartenmaterial? (Update 3.2.2012)

Schon lange habe ich mich gefragt, welcher Kartendienst eigentlich das für Österreich aktuellste Kartenmaterial zur Verfügung stellt. Seit kurzem benutze ich (zumindest am Desktop) Nokia Maps immer öfter. Vor allem, weil dort in Wien alle Eingänge zu den U-Bahn-Stationen anzeigt werden und nicht nur die Station als ein Punkt erscheint. Auch sonst kommt mir der Service von Nokia recht aktuell vor – die Daten stammen immerhin von einem der größten Karten-Provider (Navteq, wurde von Nokia vor einigen Jahren gekauft).

Doch wie soll man die Aktualität generell messen? In meinem Heimatort gibt es dazu jetzt eine passende Möglichkeit. Nach den steigenden Einwohner-Zahlen in den letzten Jahren hat man sich auch hierzuorts endlich entschieden, Straßennamen und eine eigene Postleitzahl einzuführen. Seit 1.1.2012 gelten die neuen Adressen offiziell und sollten eigentlich auch in den Kartendiensten auftauchen. Aktuell findet man aber noch in keinem Onlinedienst entsprechende Daten. Nicht einmal der offizielle Geo-Dienst des Landes Oberösterreich ist diesbezüglich am neuesten Stand.

Die Challenge ist ab sofort eröffnet. Ich werde den Status der wichtigsten Kartendienste wöchentlich Montags überprüfen. Der Service, der mir als erstes den korrekten Punkt zur Adresse “Austria, 4565 Inzersdorf im Kremstal, Dorfstraße 10” liefert, gewinnt.

Dienst Status
Google Maps Nicht Aktuell
Bing Maps Nicht Aktuell
Nokia Maps Nicht Aktuell
DORIS Adresse wird gefunden, Karte jedoch nicht aktuell
OpenStreetMap 3.2.2012, Adresse gefunden, Karte aktuell

Chrome Webstore: Google braucht gar kein Betriebsystem!

Schon seit Mai sind Googles Absichten bekannt, einen eigenen Store für WebApps aufzumachen, der direkt in Chrome – den hauseigenen Browser – eingebunden wird. Auf diese Weise sollen normale Anwendungen und sogar grafisch aufwändige Spiele direkt im Browser ausgeführt werden. Der Clou daran, es werden lediglich Links zu den Files im Internet angelegt, eine “echte” Installation, wie sie normalerweise auf der Festplatte üblich ist, wird nicht benötigt.

Auf der GDC Europe, eine Entwickler-Messe, die im Vorfeld der Gamescom in Köln stattfindet, haben Mark DeLoura und Michael Mahemoff von Google weitere Informationen über den Chrome Webstore veröffentlicht. Entwicklern wird komplette Freiheit über die Art und Technologie der WebApps gelassen. Ob die Programme und Spiele in HTML5 und Javascript oder Flash geschrieben werden ist komplett in der Hand der Publisher. Für Spiele könnten vor allem die Native Client und Web GL-Technologien interessant sein, die das Ausführen von nativen Maschinencode direkt im Browser erlauben und damit eine dementsprechend hohe Performance an den Tag legen. Aber auch Javascript schafft  in den heutigen Browser-Implementierungen bereits eine sehr hohe Leistung, immerhin hat Googles Web Toolkit-Team erst vor kurzem einen HTML5-Port von Quake II vorgestellt.

Nach der Entwicklung können die WebApps dann zusammen mit ein paar zusätzlich notwendigen Informationen (Meta-Daten, Icons, etc) in den Chrome Webstore hochgeladen werden. Einen Approval-Prozess wie bei Apples App Store soll es laut Google in der Regel nicht geben. Ebenfalls gibt es keine Umsatzbeteiligung von Google, lediglich eine Abwicklungs-Gebühr von ungefähr 5% behält sich der Suchmaschinen-Gigant. Bezahlen können Kunden wie auch schon im Android Market über Google Checkout, das eine einfache Transaktion ermöglicht. Neben kostenlosen und  kostenpflichtigen Programmen gibt es auch noch die Möglichkeit, gratis Test-Versionen anzubieten. Leider gibt es noch kein einheitliches In-App-Kauf-System, dieses soll jedoch später nachgereicht werden. Google erlaubt jedoch großzügigerweise die Einbindung von externen Plattformen.

Ich bin mir derzeit ziemlich sicher, dass Google mit dem Chrome Webstore den nächsten großen Wurf landen könnte. Wenn diese Technologie nämlich dann noch in das eigenen Chrome OS-Betriebssystem eingebunden wird, und davon gehe ich mal stark aus, dann hat Google eine Plattform für nahezu alle Computer dieser Welt geschaffen und so auf einen Schlag die größtmögliche Marktabdeckung erreicht. Immerhin lässt sich der Chrome-Browser auf  Windows-, Linux- und Mac-Computern installieren.

Weitere Screenshots findet ihr übrigens bei 1UP!

Neue MySpace-Profilseiten. Ein erster Schritt!

Wie der amerikanische Blog Mashable heute berichtet, testet das Social Network MySpace gerade ein komplett runderneuertes Profilseiten-Layout. Im Mittelpunkt steht dabei der MySpace Stream – sozusagen das Pendant zum Facebook News Feed – der über alle Neuigkeiten der Freunde informiert. Auch die links-seitige Navigation ist ein Novum des neuen Redesigns.

Bleibt nur noch die Frage offen, ob es dem einstigen Social Network-King gelingt, wieder mehr User anzulocken und endlich wieder Boden gegen Facebook gut zu machen.

Twitter und Facebook: Microblogging Etiquette

Jedes Social Network hat seine eigenen Benimmregeln, die sich über den Lauf der Zeit etabliert haben und an die man sich auch möglichst halten sollte, um nicht negativ aufzufallen. Dabei gilt, viele Regeln sind unterschiedlich und an das jeweilige Netzwerk angepasst, manche Regeln überschneiden sind, aber generell ist es immer gut zu wissen, wie man sich verhalten soll. Hier sind zwei gute Guides, wie das auf Facebook und Twitter abläuft.

[The Oatmeal, via @geri_89]

Twitter Earlybird: Der frühe Vogel fängt den Wurm

Twitter hat heute offiziell den @Earlybird Account gestartet, der in Zukunft seine Follower mit allerhand Promotions und Vergünstigungen von Partner-Unternehmen versorgen wird. Die getwitterten Angebote haben entweder ein Zeit- oder Quantitäts-Limit und wahrscheinlich immer zu Tagesbeginn am Morgen veröffentlicht. Die Deals werden Tag für Tag von zahlenden Unternehmen angeboten und anschließend von Twitter direkt über den Account an die Follower gepusht. Natürlich wird sich die Verbreitung der wirklich guten Angebote rasend schnell durch Retweets vergrößern und ich kann mir absolut vorstellen, dass die Werbekunden dadurch eine ziemlich bemerkenswerte Reichweite erzielen werden.Vor allem handelt es sich bei den Retweets quasi um direkte Empfehlungen von Freunden, denen man immer lieber folgt, als plumpen Werbebotschaften eines Accounts.

Earlybird ist damit neben den Promoted Tweets ein weiterer Versuch des Microblogging-Unternehmens, um endlich seine Plattform zu monetisieren und an frisches Geld zu kommen und es ist ganz gut möglich, dass sie damit erfolgreich sein werden. Mir gefällt das Konzept jedenfalls schonmal.

WebM bringt HTML5-Video ein kleines Stück weiter

Ich habe ja schon öfters darüber geschrieben, warum sich HTML5-Video in der heutigen Form nicht so wirklich durchsetzen kann. Das Problem liegt nach wie vor an der unterschiedlichen Codec-Wahl der Browserhersteller und Website-Betreiber. Während Mozilla und Opera auf den komplett freien Ogg Theora-Codec eingeschworen haben, verwendet Apple und Microsoft das proprietäre, aber gut bewährte H.264-Format. Einzig und allein Google hat mit dem Chrome Browser bisher die einzig richtige Richtung gewählt, nämlich beide Codecs zu unterstützen.

Auf der Google Entwicklerkonferenz I/O hat der amerikanische Suchmaschinenbetreiber heute einen sehr wichtigen Schritt in die richtige Richtung für ein einheitliches HTML5-Videoformat getan. Die Technologie von dem im Februar aufgekauften Software-Unternehmen On2 Technologies wurde im Rahmen des WebM Project als offenes, royality-freies und weborientiertes Videoformat präsentiert. Das Format basiert auf dem von On2 entwickelten, qualitativ hochwertigen VP8-Codec, Vorbis-Audiostreams und einem Container-Format auf Basis von Matroska.

MozillaOpera, natürlich Google selbst, Adobe und viele andere haben dem Projekt bereits ihren Segen gegeben und unterstützen die Initiative – leider fehlen auf der Liste zwei “klitzekleine” Unternehmen namens Apple und Microsoft, ohne die ein einheitlicher Standard wahrscheinlich nie durchgerungen werden kann. Und das sind auch genau jene, die erst kürzlich wahre Lobeshymnen über den H.264-Codec verlautbart haben.

Also, kommt schon Leute, springt über euren Schatten und einigt euch auf WebM!

MobileMe Mail Beta-Version

Ich bin ja bekanntlich ein sehr großer Fan von dem Synchronisations-Dienst im MobileMe-Package von Apple und das ist auch der Hauptgrund, warum ich für meinen Account jetzt schon zwei Jahre lang zahle. Was ich eigentlich gar nicht benutze, ist die integrierte @me.com Mail-Adresse und das dazugehörige Web-Interface. Vor zwei Tagen hat Apple die Registrierung für eine neue Beta-Version des Online-Mail-Clients eröffnet und gestern habe ich auch schon die Einladung dazu und Zugriff auf die neuen Funktionen erhalten:

  • Auswahl zwischen widescreen und kompakter Ansicht
  • Serverseitige Regeln zum automatischen Organisieren der Mails
  • Ein-Klick Archivierung
  • Eine neue Formatierungs-Toolbar
  • Verbesserte Performance
  • SSL-Verschlüsselung

Alles in allem eine gelungene Runderneuerung samt neuem Design und wirklich einer drastischen Performance-Steigerung. Trotzdem bevorzuge ich wohl weiterhin das GMail-Interface für meinen täglichen E-Mail-Verkehr, aber immerhin ist es ein Schritt in die richtige Richtung und vor allem freut es mich zu sehen, dass Apple MobileMe nicht ganz vergessen hat.