Apple iPad – der Computer für alle, die keinen Laptop brauchen

Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer erscheint mir Apples Hintergrundgedanke vor meinen Augen. Apple will mit dem iPad keine Laptops und schon gar keine Desktop-Computer ersetzen, sie wollen ein Gerät für Leute anbieten, die in Wirklichkeit gar keinen richtigen Laptop brauchen und diesen nur besitzen, weil sie keine Alternative haben. Wie viele Leute kennt ihr, die ihren Laptop nur zum Internet surfen, Musik hören, Videos schauen und ein wenig Textverarbeitung benutzen? Eine Menge wahrscheinlich. Ich spreche hier von genau den Nutzern, die es alle paar Wochen schaffen, die Windows-Installation zu zerschießen, von Viren geplagt sind und keine Lust haben, sich mit den technischen Details auseinanderzusetzen. Jene, denen man immer wieder helfen muss, damit sie mit dem Computer zurecht kommen. Das iPad bringt die iPhone-Experience auf den großen Bildschirm und gleichzeitig auch die Vorteile, die wir alle so genießen, wenn wir unseren mobilen Begleiter dabei haben.

Die Programme auf dem iPad sind – was den Funktionsumfang anbelangt – durchwegs mit den Desktop-Pendants auf einem Level. Sie wurden nur mit einem Touchscreen-freundlichen User-Interface ausgestattet und können so direkt mit dem Finger bedient werden. Wenn man die Screenshots der Apple-eigenen Apps durchgeht, fallen einem direkt die Parallelen zur jeweiligen Desktop-Version auf: iTunes auf dem iPad sieht so aus wie iTunes auf dem Mac, Mail so wie Mail, das Adressbuch so wie das Adressbuch – nur wurden hier und da ein paar größere Buttons eingefügt und andere Anpassungen vorgenommen, damit sich alles schön mit dem Finger bedienen lässt.

Der 0815-Computernutzer braucht sich trotz des großen Funktionsumfangs aber keine Gedanken über die Technik dahinter machen, es funktioniert einfach! Und genau hier sehe ich den großen und fast übermächtig wirkenden Vorteil des iPads. Viele User benötigen einfach gar keine Möglichkeit, die noch so kleinsten Aspekte am System an die eigenen Wünsche anzupassen und duzende Programme parallel laufen zu lassen. Sie wollen ein möglichst wartungsfreies Gerät, mit dem sie die alltäglichen Tätigkeiten erledigen und es anschließend wieder zur Seite legen können. Warum sollte man sich noch einen normalen Laptop um 500€ kaufen, wenn man um das gleiche Geld ein portables Gerät haben kann, um das man sich nicht mehr kümmern muss und das schlicht und einfach genau das macht, was man von ihm verlangt?

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17 Kommentare

  1. Daniel

    Wenn ich mir deinen Artikel so durchlese muss ich immer wieder nicken.
    Ich nehme meinen EeePC eigentlich hauptsächlich zum surfen/twittern her. Hin und wieder brauche ich aber auch Textverarbeitung oder Präsentationen.
    Soweit ich weiß ist am iPad ja keine Möglichkeit Beamer etc. anzuschließen, oder? Deshalb muss ich wohl beim Laptop bleiben.

  2. Fabian Pimminger

    @Daniel: Klar gibt es den: Support for 1024 x 768 with Dock Connector to VGA adapter; 576p and 480p with Apple Composite A/V Cable, 576i and 480i with Apple Composite A/V Cable

  3. Jan Willhaus

    @Daniel: http://www.blogcdn.com/www.eng.....rm-eng.jpg
    Zeigt auch: “easily connected to projectors” – Also ran an das Teil ;)

    Beim Lesen des Artikels musste ich sofort an meine Eltern denken, die mit den Hintergründen am Computer auch restlos überfordert sind und für die ein laufendes und wenig konfigurierbares System optimal wäre. Wie oft habe ich an der alten Windoof-Mühle nun schon XP wieder aufgesetzt. Du sprichst mir aus dem Herzen!

  4. Daniel

    @Daniel: Na dann kann es ja los gehen. :-) Wenn man dann auch noch Powerpoint Präsentationen darstellen könnte wäre es natürlich einfach nur noch genial.

  5. Dominik

    Mich reizt das iPad auch. Ist quasi das “bessere Netbook”. Mit meinem Netbook mache ich wirklich nicht mehr als Daniel. Ab und an eine Präsentation bearbeiten, halten, abends einen Film schauen, doof rumsurfen und skypen. Das alles sollte damit auch möglich sein. Größtenteils. Ich bin auch ernsthaft am überlegen. Hoffe halt, dass es gute Tarife gibt, die mensch bezahlen kann.

    Wird das Gerät eigentlich subventioniert?

  6. Dominik

    @Daniel Auch das kann Keynote sicherlich. Am Mac geht das auch.

  7. Fabian Pimminger

    @Dominik: Das Gerät ist unlocked und wird nicht subventioniert. Perfekt, denn im Grunde kannst du jede Prepaid-Daten-SIM reintun und mit dem Guthaben lossurfen. Ohne lästige Bindungen und sonstige Probleme.

  8. Dominik

    Ist auch gut. Aber die Preise werden sicher 1:1 umgerechnet, oder?

  9. Fabian Pimminger

    Wahrscheinlich, kann ich mir nicht anders vorstellen. Aber es gibt auch positive Beispiele, bei denen Apple nicht 1:1 umgerechnet hat. Die Zeit wird es zeigen :)

  10. Michael

    Ich finde sie hätte auch eine isight cam einbauen sollen, dann wär auch videochatten möglich.

  11. Martin

    Das Argument, dass du am häufigsten verwendest ist eigentlich keines. Wenn Windows tatsächlich so nervtötend und verbuggt wäre, wie du es beschreibst, warum wechseln dann nicht mehr Leute auf OS X / Apple-Hardware? Was war die letzte Win-Version, die du benutzt hast – 98 ?!? Bei durchschnittlicher Benutzung
    und einer aktuellen Win-Version läuft eigentlich meistens alles reibungslos. Und ich kenne genug Leute, die auch mit OS X ihre liebe Not haben :)

    Das iPad wird IMHO eher jüngere Käuferschichten ansprechen, die Touch-Input auch akzeptieren. Ältere Semester wollen einfach eine vernünftige Haptik und die bietet das Teil nicht. Auch den Zeitungsmarkt wird es kaum revolutionieren, ebenfalls wieder der Haptik-Aspekt. Eine Papierzeitung kann man doch nicht einmal annähernd mit einem TF-Screen vergleichen…….klarer Fall, Apple will da im Werbegeschäft mitmischen.
    Summa summarum ein nettes Gerät ohne jegliche Revolutionen das Geeks in ihre Sammlungen aufnehmen werden ;)

  12. Bernd

    Mir fehlt ein GPS – Empfänger für Outdoor – Aktivitäten. So wird es wohl mein Gerät für Wohn- und Schlafzimmer. ;-)

  13. Fabian Pimminger

    @Michael: Ja eine Kamera (oder besser zwei davon) fehlt mir auch persönlich wirklich. Schade, dass es die irgendwie nicht ins Produkt geschafft hat.

    @Martin: Kommt vielleicht nicht gut rüber, aber ich meine damit auch Macs und Linux-PCs. Generell alle bisherigen Computer mit einem “normalen” Betriebssystem, bei dem einfach nicht alles gleich problemlos läuft und vieles doch für einige Benutzer verwirrend ist.

    @Bernd: Auch ein GPS-Empfänger ist drin ;)

  14. pmn

    “Wie viele Leute kennt ihr, die ihren Laptop nur zum Internet surfen, Musik hören, Videos schauen und ein wenig Textverarbeitung benutzen?”

    Textverarbeitung. Da hört es auf, ich kenne nämlich niemanden, der das Ding zur Textverarbeitung nutzen kann. Aber vielleicht unterschätze ich da den Touchscreen.

  15. Pingback von Holy Moly » Blog Archive » iSlate , ipad , Magic Slate oder Magic Table ?
  16. Martin

    @Fabian: Achso, allgemein die Komplexität eines ausgewachsenen OS. Klar, da hast du recht, ist für viele Leute unnötig.
    Schade, dass Apple wieder in den Zubehörwahn verfällt (leider ein allgemeiner Trend der Industrie). Kamera und andere Sachen wurden sicher absichtlich weggelassen, dann hat man einen Grund für ein iPad 2 (“market segmentation”…)

  17. Markus

    Ich stimme Dir bei deinen Beitrag in fast allem zu. Außer bei der Zielgruppe. Ich selbst bin Developer, schreibe ne menge Unix und seit zwei Jahren nun auch insbesondere Mac/iPhone Apps. Wenn ich’s mir kaufen würde (ich weiß es noch nicht), dann ist es der perfekte Uni-Rechner. Ich studiere Physik, da geht es primär um die Datenauswertung als um SW-Entwicklung. Im AppStore ist schon fast alles Relevante verfügbar. Was mir derzeit nur fehlt ist LaTeX auf dem Gerät. Ich denke aber, dass via Cydia auch bestehende Lücken nachzubessern sind. Apple möchte ich ihre Sicherheitspolitik gar nicht vorhalten: Fakt ist, dass die Mehrzahl aller User ihr System selber lahm legen. Was ist falsch daran, den Usern mehr Sicherheit zu verkaufen. Jailbreaks wird es immer geben. Kein Gesetz der Welt kann das verhindern.

    Fazit: Tolles Device. Mehr Komfort als Student, Oma und Computer-Analphabet. Wer mehr will, so auch Apple, kann ja nen Laptop nutzen. ;) Bis auf die Kamera, fehlt es mir an nichts.

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