Review: Nokia 701 & Symbian Belle im Test

Auf der Nokia World in London leitete der finnische Mobiltelefonie-Konzern vor zwei Wochen eine neue Ära für die Nokia Highend-Smartphones ein. Zukünftig soll als Betriebssystem nicht mehr eine Eigenentwicklungen zum Einsatz kommen, sondern das neue Windows Phone 7.5 von Microsoft. In den vergangenen vier Wochen hatte ich die Gelegenheit eines der letzten Symbian Smartphones – Das Nokia 701 – zu testen, das als eines der ersten Smartphones bereits mit Symbian Belle ausgeliefert wird. Belle bügelt noch einmal einige Probleme der Symbian-Plattform aus und das System wird um viel benutzbarer. Außerdem hat es erstmals einen NFC-Chip an Board, mit dem die drahtlose Kommunikation vereinfacht werden soll.

Obwohl das Nokia 701 mit keinem auffälligen Design heraussticht, kann es mit seiner schlichten Form überzeugen. Das handliche Gerät liegt gut in der Hand und vor allem kleinere Hände werden eine Freude damit haben. Wenn man sich die derzeitige Marktentwicklung mit scheinbar immer größer werdenden Smartphones und 4,7 Zoll Displays (HTC Titan *hust*) ansieht, ist das 701 eine willkommene Abwechslung. Wie gewohnt ist das Metall-Gehäuse gewohnt gut verarbeitet. Als Display wurde ein 3,5 Zoll großes IPS-LCD-Panel mit einer Auflösung von 640*360 Pixeln verbaut. Mit 1000 nits hat es eines der hellsten Hintergrundbeleuchtungen derzeit auf dem Markt, was vor allem bei direktem Sonnenlicht von Vorteil ist. Leider ist die Auflösung noch immer nicht auf dem Niveau der Konkurrenz. Während das 701 auf 210 ppi kommt, erreicht das iPhone 4S beispielsweise über 300 ppi. Ein richtiges Highlight für ein Nokia-Smartphone ist der 1Ghz-Prozessor, der endlich den lang erwarteten Performance-Schub bringt. Animationen laufen flüssiger, der Touchscreen reagiert schneller auf Eingaben und im ganzen System funktioniert alles merkbar schneller und besser. Ich weiß nicht, ob die Performance Belle zuzuschreiben ist, oder der Prozessor dafür verantwortlich ist, jedenfalls überzeugt die Kombination aus beiden.

Auf der Rückseite des Nokia 701 prangt ein 8 MP Kamera-Modul, das in dunklen Szenen von einem Dual-LED-Blitz unterstütz wird. Die Qualität der Fotos ist grundsätzlich im oberen Mittelfeld, man muss jedoch bei der Schärfe der Bilder Einbußen hinnehmen. Der Branchenprimus in Sachen Kamera – das iPhone 4S – knippst deutlich schärfere Bilder. Zusätzlich erschwert der fehlende Auto-Fokus schnelle Schnappschüsse. Vor allem Nahaufnahmen leiden unter dem fixierten Fokus. Die Farben werden vom 701 gut aufgenommen und dargestellt, lediglich einen leichten Gelbstich konnte ich in manchen Situationen erkennen. Neben Fotos nimmt das Nokia 701 auch Videos mit einer Auflösung von 720p mit 30 fps. Auch hier hat die Konkurrenz mit leider 1080p schon mehr zu bieten.

Als eines der ersten Smartphones hat das Nokia 701 auch einen NFC-Chip integriert, der den Austausch von Bildern zum Kinderspiel macht. Einfach Bild auswählen und zwei kompatible Geräte aneinanderhalten. Einen Augenblick später verbinden sich die Tauschpartner selbstständig über Bluetooth und versenden die Daten. Kein lästiges Pairing oder PIN-Code Eingabe mehr. Ebenso einfach können Multiplayer-Spiele gestartet werden – Smartphones aneinanderhalten und alles funktioniert wie von Zauberhand. In Wien ist es außerdem möglich – wie im Video unten zu sehen – seine Fahrkarten für die Wiener Linien ganz bequem über NFC zu kaufen. Das Handy zum NFC-Badge beim Fahrkartenautomaten gehalten und schon erscheint die vorgeschriebene SMS zum Fahrkartenkauf auf dem Display. Einziges Manko an der NFC-Implementierung ist die Inkompatibilität zum Nexus S. Dieses konnte ich partout nicht zur Kooperation überreden.

Üblicherweise würde ich mich in diesem Teil eines Nokia-Reviews über das antiquierte Betriebssystem auslassen, aber Symbian Belle scheint der erste richtig große Schritt zu sein, was Usability und Benutzbarkeit betrifft. Umso bitterer ist es, wenn man weiß, dass die Symbian-Geräte jetzt bald durch Windows Phone 7.5 abgelöst werden. Aber jetzt zu den Verbesserungen bei Belle: Es gibt nun bis zu 6 unterschiedliche und frei gestaltbare Homescreens, die sich mit Swipes nach rechts oder links erreichen lassen. Die Homescreens können nach eigenen Vorlieben mit Icons und Widgets dekoriert werden. Entwickler können Widgets seit Belle übrigens in fünf verschiedenen Größen anbieten, wodurch sich bessere Darstellungsmöglichkeiten bieten. Dies kommt schon bei den Standard-Widgets zum Ausdruck, die sich bei Belle als deutlich hübscher und nützlicher erweisen. Ähnlich wie bei Android und iOS gibt es jetzt auch ein Benachrichtigungs-Tab, das von der Status-Leiste mit dem Finger heruntergezogen wird. Dort sind praktischerweise auch Schnell-Ein/Aus-Schalter für Bluetooth, WLAN, die mobile Datenverbindung und einen Silent-Mode untergebracht. Zusätzlich erscheinen neue Benachrichtigungen auch auf dem Lock-Screen. Im App-Menü fällt auf, dass erstmals keine Ordner-Hierarchie mehr das Menü verkompliziert. Alle Programme sind ohne verschachtelte Menü-Punkte erreichbar – diese können jedoch noch immer manuell erstellt werden. Eine integrierte Suche hilft beim Auffinden des gewünschten Programms. Auch der integrierte Browser hat ein kleines Facelifting spendiert bekommen. Auf der unteren Seite gibt es neuerdings eine Navigations-Leiste mit Vor-/Zurück-Buttons, dem Lesezeichenmenü und einem Schnellzugriff auf die Tabs. Schon diese kleine Änderung verbessert die Usability deutlich – außerdem funktioniert das Scrollen jetzt deutlich flüssiger.

Mein großes persönliches Highlight von Belle sind jedoch keine zusätzlichen Funktionen oder Apps, sondern einfach, dass erstmals alles flüssig läuft und zumindest bei einfachen Operationen keine Ruckler auftreten. Die Elemente folgen den Fingern auf dem Touchscreen ohne Verzögerungen – da kann sich so manches Android-Gerät eine Scheibe abschneiden. Die restlichen Nokia Apps, wie die Karten-App oder der Ovi-Store, sind gewohnterweise auch beim Nokia 701 wieder an Board.

Alles in allem ist das Nokia 701 das erste Nokia Symbian-Gerät seit der Einführung von Touchscreens, mit dem ich mich anfreunden könnte. Vor allem die handliche Größe und der Speed-Bump sowie die Verbesserungen bei der Software tragen dazu viel bei. Ich denke von der Verarbeitungsqualität und Materialwahl kommen nur wenige Produkte am Markt derzeit an das 701 heran. Durch das Metall-Gehäuse wirkt das Gerät einfach stabiler und edler als Smartphones aus Plastik. Es ist wirklich schade, dass die Tage von Symbian, jetzt wo es endlich benutzbar wird, schön langsam gezählt sind. Die ersten Windows Phone 7.5-Geräte sind bereits angekündigt und werden schließlich Anfang nächsten Jahres auch zu uns kommen. Wie zukunftsträchtig die Symbian-Plattform wohl bis dahin ist?!

Die buzzattack 2011: Die Social Media-Konferenz mit dem #RamonWOW-Effekt

Am Donnerstag vor zwei Wochen lud die österreichische Buzz-Marketing-Agentur Ambuzzador zur zweiten Ausgabe der buzzattack. Während sich letztes Jahr alles um das Thema Digitale Reputation drehte, stand dieses Mal die Social Brand im Mittelpunkt. Für alle, denen das Thema noch neu war, hatte Sabine Hoffmann, CEO von Ambuzzador, beim Einstieg auch gleich ihre eigene Definition parat: Die Social Brand ist eine Marke, die nach innen und außen partizipativ agiert und diese Philosophie auch im ganzen Unternehmen und in allen Hierarchien lebt. Transparente Markenführung an allen Berührungspunkten des Unternehmens und authentische (digitale) Kommunikation mit allen Stakeholdern formen die soziale Marke. Ein interessantes Thema, nicht umsonst setzt Ambuzzador seit dem Jahr 2010 den Fokus auf das sogenannte Social Branding.

Die Organisation des eintätigen Events war ziemlich straff geplant und in vier Panels mit je 4-5 Talks/Diskussionsrunden aufgeteilt. Da eine Zusammenfassung von jedem Talk den Umfang dieses Artikels sprengen würde und die Videos der Vorträge sowieso bald auf Ambuzzador.com zu sehen sind, beschäftige ich mich pro Panel mit dem für mich interessantesten/wichtigsten Tonic:

Der Tag startete mit dem ersten Panel Social PR und Krisenkommunikation, das den “Shitstorm” zum vorherrschenden Thema machte. Allem voran das MQ – wo die buzzattack zu Gast war – und der WWF Deutschland hatten letztes Jahr mit einer Social Media-Krise zu kämpfen. Tausende Postings, Bashing und Beleidigungen prasselten auf die Pinnwände und Social Media-Kanäle der beiden Organisationen ein. Nur wie bringt man den Shitstorm unter Kontrolle und wird wieder selbst Herr der Dinge? Paula Hannemann (WWF) und Alina Lauchart (MQ) berichteten von ihrer Sicht, wie man die nicht enden wollende Krise bewältigt. “Moderieren, nicht diskutieren”, auf keinen Fall selbst in die Diskussion einsteigen. Gegen die Masse ist man immer der Verlierer. Besser eine offizielle Stellungnahme verfassen und sie dem Mob kommunizieren. Eine gute Idee ist es außerdem, diese Stellungnahme auf der Landingpage anzuzeigen und Besucher, die sich später erst in den Shitstorm einklinken, auf diese Weise abzufangen.

Bei den Meisten Unternehmen gibt es sehr wohl einen Krisenplan, für den Fall der Fälle. Der Social Media-Krisenplan schlummert jedoch nur bei den wenigsten Unternehmen in der Schublade. Die wichtigste Aussage diesbezüglich: Man muss sich im Vorhinein auf eine Krise vorbereiten: Tools/Monitoring Testen, Zeitplanung der Mitarbeiter und genaues Briefing sind wichtig, damit alle am gleichen Strang ziehen. Vorbereitung ist einer der wichtigsten Aspekte zur Bewältigung.

Panel Nummer zwei kümmerte sich ganz um das Thema Community Management. Charlotte Hager von comrecon präsentierte eine Studie in Zusammenarbeit mit Ambuzzador über Nutzertypologien und Marken in Facebook. Im Ergebnis werden vier unterschiedliche Nutzertypen festgelegt. Die Claqueure bilden 2 – 5 % der Fanbase einer Marke. Sie bauen mit Facebook Beziehungen auf und wollen diese vertiefen. Wenn sie eine Marke mit einem Like unterstützen, dann verteidigen sie diese auch. Die Aktivisten sorgen für die Buzz-Breite. Sie wollen nichts verpassen, wollen kommentieren und liken, und stehen auch zu ihrer Aktivität. 5 – 10 % der Nutzerschaft kann man in diese Kategorie einteilen. Auf der anderen Seite sorgen die Statisten für die Buzz-Tiefe. Sie liken nur, wenn sie sich mit der Marke auch identifizieren können und dies auch offen zeigen möchten. 30 % einer Facebook-Page gehören ungefähr in diese Kategorie. Zu guter Letzt gibt es noch die Späher. Sie beobachten die Marken und ihre Freunde lieber und machen 60 % der Nutzerschaft einer Fanpage aus. Wichtig ist, dass man einen guten Mix aus allen Kategorien auf seiner Page unterbringt. Eine authentische Kommunikation und ein gute Auswahl an verschiedenen Aktivitäten sorgt für ein gutes Mischverhältnis.

Nach einer wohlverdienten Mittagspause und ausreichend neuer Energie durch die Red Bull Special Editions ging es weiter mit “Geschichten-Erzählen”. Besonders mitreißend war der Vortrag von Christian Stegmann, der bei Innocent als Marketing Manager in Europa und Deutschland zuständig ist. Vielleicht habt ihr ja schon einmal etwas vom “Großen Stricken” gehört – einer genialen Aktion des Smoothie Herstellers, begleitet von einer Social Media-Kampagne, die in den einzelnen Ländern von heimischen Lebensmittelketten unterstützt wird. Jederman kann für einen guten Zweck eine Mütze für die armen Smoothie Fläschchen im Kühlregal stricken und an Innocent einschicken, die dann den Smoothies eine warme Kopfbedeckung aufsetzen. Pro verkaufter Flasche mit Mütze geht eine Spende an die Caritas. Das dies einen Hype auslöst, zeigen rund 55.000 Mützchen, die letztes Jahr eingesendet wurden. Dieses Jahr wird mit 80.000 gerechnet. Der Vortrag wusste mit der lustigen Idee und mitreißenden Videos zu überzeugen und zeigt, dass man nur ein paar richtige Gedanken haben muss, um eine virale Kampagne zu starten.

Das letzte Panel war wohl jenes, auf das alle Teilnehmer gewartet haben. Keiner konnte sich bisher unter dem groß angekündigten #RamonWOW etwas vorstellen, das Ramon DeLeon kurz nach der Einleitung in den Räumlichkeiten des Museumsquartiers verbreiten wird. Das “Social Media-Maskottchen” der amerikanischen Pizza-Kette Domino’s versteht es, mit seinen Vorträgen zu begeistern. Wer bis zu dem Zeitpunkt noch zu wenig Koffein erwischt hatte, wurde mit #RamonWOWs “visual caffeine” umgehauen. Ramon antwortet seinen Kunden Tag und Nacht auf Twitter und Facebook, löst Probleme und kommuniziert alle möglichen Angebote. Egal worüber Leute mit Ramon twittern, er hat immer die passende Antwort parat. Seine Devise: “Keep the conversation alive”.

Angefangen hat alles mit der Lieferung einer Pizzabestellung während eines Blizzards. Ramon hat die Lieferung gefilmt und online gestellt – Retweets und Antworten ließen naturgemäß nicht lange auf sich warten. Er verkauft 10 Pizzen um 10 Dollar. Damit lässt sich zwar direkt kein Gewinn erzielen, aber diese 10 Pizzen erzeugen Gesprächsstoff, erzeugen Tweets und erzeugen positive Stimmung – immer versehen mit dem #RamonWOW-Hashtag.

#RamonWOW hat sich auf diese Weise in Chicago zu einem waschechten Social Media-Phänomen gemausert. Leute posten Fotos mit Domino’s Pizzaboten, führen Kunststücke mit leeren Domino’s Pizzaschachteln auf und stellen die Fotos online oder fühlen sich schuldig, wenn sie wo anders als bei Domino’s essen. Den erzeugten Buzz nutzt Ramon für sein Geschäft und ist in der Region in und rund um Chicago äußerst erfolgreich. Für Ramon ist die Facebook Wall eines der wichtigsten Dinge im Social Media-Marketing. Wenn es einem gelingt auf die Wall von Kunden zu kommen und von Kunden oft genug erwähnt zu werden, hat man es geschafft und wird erfolgreich sein. Am besten ihr schaut euch gleich den Mittschnitt von der buzzattack an und erlebt das #RamonWOW selbst:

Nach dem letzten Panel war es Zeit für einen kleinen Aftershow-Umtrunk mit Ambuzzardor-gebrandetem Stiegl-Bier und Martini Royal. An dieser Stelle wird es dann Zeit für ein Fazit zur buzzattack: Während das erste Panel der buzzattack leider ein wenig enttäuschend war, wurden die Vorträge zum Schluss hin kontinuierlich stärker und interessanter und den Höhepunkt erreichte eindeutig Ramon DeLeon. Ich glaube es gab niemandem im Raum, der nicht von seiner Präsentation mitgerissen wurde und begeistert war – das merkte man auch am Applaus am Schluss. Die buzzattack war eine interessante Veranstaltung und man konnte einiges dabei lernen und mit nach Hause nehmen. Leider war die Zeit für’s Networking ein wenig zu kurz und das Programm zu dicht organisiert. Ein paar mehr Pausen und weniger Vorträge würden dem Ganzen gut tun. Cool war außerdem die Kooperation mit reallifeconnect. Jeder Besucher bekam bei der Anmeldung eine Karte mit RFID-Chip, die man mit seinem Facbeook-Konto verbinden konnte. An bestimmten Stationen war es dann möglich, die Karte auf den Sensor zu halten und damit bei der buzzattack einzuchecken oder ein Foto direkt auf die Ambuzzador-Fanpage zu posten. Vor allem das Foto-Knipsen war ein großer Spaß – wie man am Fotoalbum sehen kann :)

[Fotos by Jürgen Hammerschmid]

Paperboy im Hands-on: Print Medien mit der digitalen Welt verknüpfen

Internet, eBook-Reader und Tabets hin oder her – in Wirklichkeit geht doch nichts über die gute alte druckfrische Tageszeitung am Frühstückstisch. Mit der “Rückkehr” in die analoge Welt geht aber auch eine ganze Reihe an Dingen verloren, die sich bereits in unseren digitalen Lifestyle eingegliedert und an die wir uns einfach gewöhnt haben. Dazu gehört beispielsweise Link-Sharing via Twitter/Facebook, um interessante Artikel an Freunde und Follower weiterzuleiten und sie auf lesenswerte Artikel aufmerksam zu machen. Oder das Speichern der Website in eine Read-Later-Liste, wie es von Instapaper oder Read it later angeboten wird, um einen Bericht später in Ruhe zu lesen. Beides geht mir bei Printmedien ab, wobei man in Österreich oft auch die Artikel der Printmedien in den Onlinemedien findet. Jedoch ist dann meistens entweder der Text nicht der gleiche oder man findet ihn nur sehr umständlich. Wirklich komfortabel kann man die Prozedur ebenfalls nicht bezeichnen.

Das Bilderkennungs-Unternehmen kooaba will mit ihrem Tool Paperboy bei genau diesen Problemen Abhilfe schaffen. Einfach das iPhone oder Android-Handy auf den Teil der Zeitung richten, mit dem man interagieren will, und der “Zeitungsjunge” erledigt den Rest – verspricht die Herstellerhomepage.

Im Hands-on funktionierte das Ganze wirklich so wie versprochen. Ausprobiert habe ich es sowohl mit einer Ausgabe des Standards als auch mit der Presse. Einfach die App aus dem App Store (oder dem Android Market) laden, starten und die Seite der Zeitung fotografieren. Es wird zwar darauf hingewiesen, man solle nur die ganze Seite ablichten, bei mir reichte es jedoch fast immer, nur einen Teil davon zu fotografieren. Nach kurzer Ladezeit erscheint dann die erkannte Seite auf dem Display samt einiger Optionen, was man damit anstellen kann.

Wie schon erwähnt lässt sich der Link via Twitter, Facebook und auch E-Mail oder SMS versenden. Der Empfänger erhält anschließend einem Link, mit dem sich die ganze Zeitungsseite nach belieben ansehen kann. Leider lässt sich der Link nicht auf einen Artikel beschränken. Es wäre wünschenswert, wenn man die einzelnen Artikel einer Seite getrennt sharen könnte, damit man den Focus auf einen Artikel lenken kann. Zusätzlich zu den Optionen zur Weiterempfehlung lässt sich die eine Kopie der Zeitungsseite auch im Online-Portal von kooaba speichern oder auf den eigenen Evernote-Account hochladen.

Ein weiteres Feature ermöglicht es, spezielle Zusatzinhalte zu Artikeln und Berichten abzurufen. Der Printartikel kann dadurch mit weiteren Links oder Videos erweitert werden. Leider konnte ich diesen Dienst bisher nicht ausprobieren, da es scheinbar noch keine Kooperationen mit österreichischen Tageszeitungen gibt – zumindest wäre mir bisher nichts aufgefallen. Im Video oben könnt ihr euch jedoch ein Bild über die Funktion machen.

Wer öfters in Tageszeitungen blättert, für den könnte Paperboy eine willkommene Bereicherung des Printmediums darstellen. Gerade die Sharing-Option stelle ich mir äußerst hilfreich vor. Verbesserungswürdig erscheint mir die Landing-Page, auf die verlinkt wird. Der Artikel in reiner Textform, optimiert für Bildschirme und Web-Browser, würde die Angelegenheit um einiges angenehmer gestalten.

HP Event 2011: Wohin sich der Druckermarkt bewegt

Vor ungefähr zwei Wochen war ich zu Gast bei HP in Berlin und konnte neben der wunderschönen Stadt auch ein paar Neuigkeiten zu kommenden HP-Produkten kennen lernen. Am  interessantesten war dabei zweifellos der Ausblick in die Zukunft der Druckerbranche – vor allem, wenn man wie ich, nur wenig mit der Materie zu tun hat und viele neue Insights bekommt.

Das vorherrschende Thema während des ersten Vormittags war sicherlich die Trendwende hin zum Internet und zur Mobilität. Während die technologischen Fortschritte bei den Druckverfahren mittlerweile ziemlich ausgereizt sind, die Quantensprünge in nächster Zeit eher ausbleiben werden und sich in diesem Bereich nur mehr langsam etwas verbessert, müssen die Hersteller zunehmend andere Innovationen bieten, um aus der Masse herauszustechen und auf dem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Bei HP hat man sich diesbezüglich in den letzten ein bis zwei Jahren ganz auf die Konnektivität zum Internet konzentriert – und das aus einem ganz einfachen Grund: Marktanalysen sagen vorher, dass sich digitale, druckbare Inhalte rasant vermehren und in nächster Zeit zunehmend aus Online-Quellen stammen. Zusätzlich werden Smartphones und Tabletts allmählich zu vollständigen Arbeitsgeräten und es entsteht das Bedürfnis, auch von diesen Geräten drucken zu können. Im Jahr 2010 wurden erstmals mehr Tablets und Smartphones als Notebooks verkauft – Tendenz steigend. Außerdem verändert sich zunehmend auch der Arbeitsplatz bzw. der Ort des Arbeitens: Bis 2013 wird erwartet, dass 50,3 % der Mitarbeiter in Westeuropa ganz oder teilweise mobil sein werden. Die Menschen verbringen mehr Zeit außerhalb ihrer Wohnung oder des Büros, sind gleichzeitig aber immer und überall online. In Zukunft wird sich der Grund für den Ausdruck nicht ändern, der Ort jedoch schon. Für Druckerhersteller heißt es damit, dem Trend zu folgen und den Wachstum des mobilen Sektors und Internets mitzutragen.

HP möchte dem mit der Technologie ePrint gerecht werden, die das Senden von Druckaufträgen von jedem Gerät mit Internetverbindung möglich macht. Jeder ePrint-fähige Drucker wird mit einer E-Mail-Adresse ausgestattet, an die beliebige Inhalte ganz einfach per Mail von jedem Gerät gesendet werden können. Der HP-Dienst wandelt die Nachricht samt Anhänge in ein druckbares Format um und sendet es an den Drucker zuhause. “Lässt es sich mailen, lässt es sich drucken”, so ein Marketingspruch. Druckertreiber werden damit genauso wie jegliche Kabelverbindungen überflüssig. Doch ePrint ist nicht nur Drucken via E-Mail, HPs Strategie umfasst auch einige Services von Drittherstellern, die den Trend zur Mobilität ebenfalls erkannt haben. Dazu zählt vor allem die Unterstützung von Apples AirPrint-Protokoll, das Druckaufträge von allen iOS-Geräten entgegennimmt, und Google Cloud Print, wodurch Online Services Zugriff auf den Drucker erhalten.

Geht es nach HP, sollen in Zukunft alle Druckaufträge über den hauseigenen Internet-Service ablaufen – immerhin werden so Treiberprobleme und Kundenbeschwerden minimiert. Über einen speziellen ePrint-Treiber geht das schon heute:  Nutzer von Macs und Windows PCs können damit Dokumente auf dem eigenen ePrint-fähigen Drucker ausdrucken, selbst wenn sie nicht im Büro oder zuhause sind. Wird ein neuer Drucker angeschafft, entfällt eine neue Treiberinstallation, es wird einfach die Adresse des neuen Druckers in den Optionen ausgetauscht. Außerdem wird es in Zukunft vermehrt öffentliche Printstationen geben, die über ePrint angesprochen werden können. In Amerika wird dieser Service bereits seit einiger Zeit angeboten.

Und was wäre ein neues technisches Gerät nur ohne Apps? Natürlich spielen auch Apps auf den neuen Druckermodellen eine wichtige Rolle. Nach dem Siegeszug auf Smartphones, Tablets und neuerdings sogar Fernsehern, halten die kleinen Helferleins und Progrämmchen auch auf HP-Druckern Einzug. Kompatible Modelle erhalten über einen App Store allerhand Möglichkeiten auch ohne PC Inhalte auszudrucken. Seien es die neuesten Artikel einer Tageszeitung, Fotos der Facebook-Freunde oder ein Sudoku-Rätsel für die kleine Pause zwischendurch. Auch Wegbeschreibungen und Landkarten sowie Malbilder für Kinder lassen sich direkt über’s Internet am Drucker ausdrucken. Der Drucker will diese Kleinigkeiten in Zukunft in die Hand nehmen und den Computer zunehmend links liegen lassen.

HP interne Analysen haben ergeben, dass auf diese Weise bis zu 10 mal mehr Seiten gedruckt werden, wenn ein Drucker mit dem Internet verbunden ist. 40 % der Kunden, die einen Drucker mit ePrint gekauft haben, setzen den Dienst ein. Eine besonders hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass ePrint unter der breiten Konsumer-Masse nicht sehr bekannt ist und die Funktion bzw. der Nutzen daraus wahrscheinlich erst nach dem Kauf entdeckt wurde. Über 1,5 Millionen Seiten wurden allein im Juni 2011 über ePrint gedruckt. Pro Quartal soll diese Zahl um den Faktor 10 ansteigen.  Eine rasante Entwicklung, die zeigt, wie wichtig das Thema Mobilität und Internet in der Druckerbranche ist und wie gut die Funktionen vom Kunden angenommen werden. Bis heute hat kein Mitbewerber ein ähnliches Service auf die Beine gestellt – es wird aber nur eine Frage der Zeit bleiben, bis diese auf den Zug aufspringen.

ScanDrop: Scannen -> bearbeiten -> in die Cloud hochladen

Wer häufig Dokumente auf dem Mac einscannt und eventuell auch anderen bereitstellen will, kennt die Problematik: Das OS X interne Scanprogramm funktioniert beim automatischen Ablauf mehr schlecht als recht. Einmal werden die Papiergrenzen nicht erkannt, das andere mal wird das Dokumente auf mehrere Einzelteile zerstückelt. Im manuellen Modus kann man die Papiergröße aber auch nicht fix einstellen, dies muss man jedes mal per Hand nachjustieren. Hat man diesen Prozess mal überwunden, geht es weiter mit abspeichern und hochladen, was ebenfalls nicht optimal gelöst ist. Will man dann noch OCR anwenden, wird’s noch komplizierter. ScanDrop versucht all diese Schritte zusammenzufassen und das Leben des Benutzers einfacher zu gestalten.

Scandrop erledigt den aufwändigen Scanprozess komplett in Eigenregie und kümmert sich – wenn gewünscht – ebenfalls um’s Hochladen zu diversen Online-Services. Natürlich ist lokales Abspeichern und Versenden via Mail auch kein Problem. Richtig in Fahrt kommt ScanDrop zugegeben aber erst in Kombination mit Cloud-Services. Nur so kommt man nämlich in den Genuss der zusätzlichen Funktion von Evernote, Google Docs oder OfficeDrop – dem hauseigenen Dienst. Texterkennung ist neben dem Speicherplatz wohl das wichtigste Merkmal, denn so werden die hochgeladenen Dokumente im Handumdrehen archiviert und durchsuchbar.

Wer häufig Dokumente im Internet bereitstellt und dafür nur einen einfachen Multifunktionsdrucker als Scanner zur Verfügung hat wird den schnellen Workflow, den ScranDrop bietet, schnell zu schätzen wissen und nicht mehr darauf verzichten wollen. OCR ist zwar für mich persönlich nicht so wichtig, stellt aber für eine Vielzahl von Anwendungsfällen eine essentielle Funktionalität dar. Vor allem weil man so die Dateien schneller wieder findet.

Das herrlich funktionierende Helferlein gibt’s für 7,99 € im Mac App Store.

[Download im Mac App Store]

Review: Nokia X7 im Test

Das Nokia X7 ist der neueste Vertreter in der Entertainment-Schiene des finnischen Mobiltelefonherstellers und gleichzeitig eines der ersten Smartphones, die das lang ersehnte Anna-Update von Symbian standardmäßig an Board haben. Einige Teile des angestaubten Betriebssystems wurden erneuert, viele Dinge verbessert und insgesamt hat man jetzt ein benutzbareres System. Leider kann auch das Anna-Update am Grundgerüst von Symbian nicht rütteln und es bleibt immer noch Symbian – aber erstmal zur Hardware:

Über Design lässt sich bekanntlich ja streiten, zumindest kann man Nokia aber nicht vorwerfen, immer die gleichen und alt bekannten Formen für seine Geräte zu benutzen und bei der Konkurrenz abzuschauen. Das X7 besticht durch die abgeschrägten Kanten und die gekurvte Rückseite. Sonst überzeugt das X7 mit gewohnt solider Qualität was Materialwahl und Verarbeitung angeht und das gebürstete Metall auf der Rückseite verleiht einen edlen Touch, den bei anderen Smartphone Herstellern oft vergeblich sucht. Mit einer Dicke von ca. 12 mm und einem Gewicht von 146 g ist das X7 kein Leichtgewicht. Da ich persönlich mehr auf „schwere“ Handys stehe, macht mir das nichts aus – im Gegenteil, ich finde das es dadurch noch weniger billig wirkt. Als einziges Manko ist mir der Fehlende Akku-Schacht aufgefallen. Ein Akkutausch ist dadurch nahezu unmöglich, wodurch man auf längeren Reisen und Trips ohne Lademöglichkeit schnell ohne Strom dasteht.

Auch wenn der 4 Zoll Super AMOLED-Touchscreen auf den ersten Blick wunderbar aussieht, kommt die Ernüchterung spätestens nach dem Einschalten. Ist man von iPhone und Konsorten derzeit hochauflösende Displays gewöhnt, muss man sich beim X7 noch immer mit einer Auflösung von 360×640 begnügen. Wenigstens wurde ein kapazitives Display verwendet, sodass auch Multitouch-Gesten problemlos funktionieren und die Fingererkennung besser funktioniert als bei früheren Symbian-Geräten (vor dem N8). Auch die CPU enttäuscht. Während Geräte der Konkurrenz mit Dual-Core und Taktraten jenseits der 1 GHz protzen, setzt Nokia noch immer auf einen veralteten 680 MHz ARM 11-Prozessor. Das gleiche gilt für die 256 MB Ram. Dies ist vor allem in Anbetracht der Ausrichtung als Multimedia und Entertainment-Handy enttäuschend, 3D-Spiele funktionieren zwar einigermaßen ruckelfrei, aber recht viel mehr kann man nicht erwarten. Die Kamera ist – wie von Nokia gewohnt – super. 8 Megapixel, 2 LED-Leuchten und 720p Videoaufnahmen, hier gibt es nichts zu meckern.

Das Symbian Anna-Update haucht dem toten Betriebssystem wieder ein wenig Leben ein und nur diesem Update ist es zu verdanken, dass Symbian-Geräte wieder einigermaßen benutzbar werden. “Anna” ist wohl mein wichtigster Plus-Punkt gegenüber älteren Nokia Smartphones. Gleich beim Einschalten springen einem die quietschbunten – aber stimmigen – Icons im überarbeiteten Style entgegen, die sich durchaus gut ins Gesamtkonzept einordnen und mir persönlich ziemlich gefallen. Auch der Rest des Interfaces wirkt ein bisschen besser aufeinander abgestimmt. Die spannendste Verbesserung gibt es jedoch bei der Text-Eingabe: Es ist endlich möglich, Text auch im Portrait-Mode auf einer gewöhnlichen QWERTZ-Tastatur einzugeben. Wer die vorherigen Nokia-Reviews kennt, weiß, wie sehr mich diese Pseudo-Nummerntasten-Eingabe bisher gestört hat.

Auch der Browser wurde gewaltig aufgemöbelt. Es gibt nun eine Adressleiste – die umständliche Auswahl der Website über das verschachtelte Menü entfällt komplett. Dieses wurde als angenehmer Options-Screen neu organisiert. Zudem wurde an der Performance-Schraube gedreht und der Browser fühlt sich deutlich schneller und agiler an. Als letztes möchte ich noch die Foto-Galerie hervorheben, die ebenfalls auf bessere Usability getrimmt wurde und nun sowohl mit einem Portrait als auch Landscape-Mode aufwartet. Alles in allem ist das System-Update den Umständen entsprechend wirklich gut gelungen. Es funktioniert alles einen Tick schneller und der Lag zwischen Interaktion und Ausführung eines gewünschten Befehls wurde fühlbar reduziert.

Obwohl sich vieles in der Nokia-Welt getan hat, muss ich leider mit einem ähnlichen Fazit abschließen, das auch schon das E7 erhalten hat. Die Konkurrenz bietet derzeit einfach unglaublich viel mehr. Nokia weiß derzeit mit genial gut entworfener Hardware zu überzeugen, leider wird das Bild jedes mal durch die Einschränkungen der Software auf den Boden gezogen. Ich freue mich auf solide Nokia-Devices mit Windows Phone 7 und Meego!

 

Nokia X7: Videos von Asphalt 5 HD und Galaxy on Fire

Vor nicht allzu langer Zeit hat mir Nokia wieder einmal ein Testgerät zu einem aktuellen Smartphone zur Verfügung gestellt, um es hier für euch auf Herz und Nieren zu testen. Genau genommen handelt es sich dabei um das Nokia X7, das neue Multimedia und Entertainment-Handy des finnischen Unternehmens. Da sich im Lieferumfang bereits zwei (auch von iOS) bekannte Spiele befinden, habe ich gleich mal die Videokamera angeworfen, damit ihr euch selbst vom Geschehen überzeugen könnt. Den Ton habe ich diesmal übrigens direkt vom Handy abgezapft.