Lange hat es gedauert aber nun soll endlich Schluss sein mit der Geheimnistuerei von Google. Auf dem heutigen Presse-Event des amerikanischen Suchmaschinen-Giganten wurde Chrome OS endlich der Öffentlichkeit vorgestellt und damit alles enthüllt, was sich alle sowieso schon erwartet hatten: Das neue Betriebssystem ist im Grunde nur ein Browser. Keine anderen Programme, keine Dateiverwaltung – dafür Web-Apps, eine hohe Performance und keine Probleme mit der Sicherheit. Alle dafür benötigten Dateien (bis auf Chrome OS selbst) werden direkt in der Cloud gespeichert und sind somit selbst vor einem Festplatten-Defekt oder Diebstahl sicher. Das ist also Googles Vision eines modernen Betriebssystems – hier noch ein zusammenfassendes Video:
Chromium OS – die Open Source Version - ist übrigens bereits jetzt als Download verfügbar!
Den ganzen Tag geht mir Googles neuester Geniestreich, das Betriebssystem auf Basis des Chrome Browsers, schon nicht mehr aus dem Kopf. Nahezu jeder redet darüber und viele fragen sich sicher, ob reine Web-Applikationen ausreichen, um alle Aufgaben eines normalen Betriebssystems zu übernehmen?
Einige werden darauf ganz einfach antworten: Nein, gewöhnliche Internetdienste können auf Grund der technischen Beschränkungen (HTML/Javascript) logischerweise nicht alle Aufgaben übernehmen – müssen sie aber auch nicht. Hauptsächlich wird das Chrome OS zum Surfen, Arbeiten und für Multimedia-Zwecke verwendet. Dafür reichen die Google Apps Suite oder eines der zahlreichen Video- oder Audioportale vollkommen aus. Was ist aber mit rechenintensiveren Anwendungen oder 3D-Spielen?
Auch darauf hat Google – wie mir vorhin eingefallen ist – sogar schon seit längerer Zeit eine Antwort parat. Mit dem Native Client arbeitet der Suchmaschinen-Gigant an einem Projekt, um x86-Code direkt im Browser auszuführen und in Web-Apps zu integrieren. Diese Technologie kann Programme in Chrome OS unglaublich beschleunigen und auch ressourcenintensive Prozesse direkt im Browser ermöglichen.
Das zweite Projekt, dass von Google eingesetzt werden könnte, ist O3D. Dadurch erhofft man sich in naher Zukunft echte 3D-Anwendungen im Internetbrowser lauffähig zu machen, und zwar ganz ohne Flash-Plugin.
Ob diese zwei Technologien dann auch wirklich in Chrome OS eingesetzt werden bleibt fraglich. Es würde auf jeden Fall Sinn machen und man sieht, dass Google bereits das Know-How dafür in der Tasche hat. Zu beiden Projekten existieren bereits einige Beispiele, die ohne Probleme im eigenen Browser ausprobiert werden können. Ich bin schon gespannt, ob wir diese schon bald als Teil des Betriebssystems sehen werden.
Lange habe ich mich gefragt, wann Google oder ein anderer Softwarehersteller endlich ein richtiges “Cloud-Betriebssystem” entwickeln, dass speziell an die Anforderungen von heutigen Web-Applikationen angepasst ist. Der Suchmaschinen-Gigant Google setzt nun mit dem Chrome OS den ersten Schritt in diese Richtung. Chrome OS soll – wie der Name schon sagt – den Google Browser als Basis für ein komplett neues Betriebssystem verwenden und damit einen extrem schnellen Zugang zum Internet erlauben. Unter der Browseroberfläche wird ein spezieller Linux-Kernel werkeln, der nebenbei die notwendige Sicherheit mitbringt und sowohl auf x86- als auch auf ARM-Chips läuft. Dadurch soll die Nutzung auf einer breiten Masse an Computern – und damit einer Vielzahl an potenziellen Google-Usern – ermöglicht werden.
Tausende Web-Applikationen stehen direkt nach Start des Betriebssystems, dessen Source Code übrigens bereits Ende des Jahres veröffentlicht wird, zur Verfügung. Vor allem leistungsschwache Netbooks werden von dem ressourcenschonenden Chrome OS profitieren, da heutige Javascript-Engines besonders effizient arbeiten und viele Arbeiten von Server im Internet übernommen werden. Zusätzlich wird der Speicherplatzverbrauch reduziert, indem alle Daten direkt in der “Wolke” abgespeichert werden und ebenfalls über die Internetleitung (oder das Mobilnetz) bereit stehen. Ob dieser Umstand Datenschutz-Probleme aufkommen lässt und wie sich dann die häufigen Downtimes von einigen Web-Diensten auswirken, wird sich spätestens im zweiten Halbjahr 2010 zeigen. Dann soll das Betriebssystem nämlich auf den Markt kommen.