Nach der DiggBar kommt die YiGGbar

Der deutsche Digg-Konkurrent aus dem Social-News Bereich YiGG.de hat nun außer den zwei letzten Buchstaben des Domain-Namens noch eine weitere Gemeinsamkeit mit dem Vorbild aus dem sonnigen Kalifornien: Die Digg … äähhh … YiGGbar! Wie der Name bereits vermuten lässt handelt es sich dabei um eine Toolbaar ähnliche Leiste am oberen Seitenrand, die bei allen ausgehenden Links in Zukunft erscheinen wird. Einen ersten Einblick gibt es auf der neuen Upcoming-Seite, dazu aber unten mehr.

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Im Grunde decken sich die Features der zwei Konkurrenzprodukte und auch die negativen Probleme dürfte das neue Produkt mitgeerbt haben. Digg hat inzwischen nachgebessert – ich bin gespannt, wie YiGG mit der Kritik umgeht – und natürlich auch, ob die YiGGbar ähnlich positive Auswirkungen hat.

Ausprobieren ist natürlich auch schon möglich, die Zugangsdaten lauten “preview” (Username) und “shiny” (Passwort).

DiggBar: “Release early, release often and reiterate”

digg_logoObwohl ich die DiggBar anfangs als äußerst positiv und angenehm empfunden habe, gab es genügend Leute, meist Suchmaschinen-Optimierer, die diese Neuerung alles andere als einfach akzeptieren wollten. Das Problem an Diggs Short-URL-Service war schnell identifiziert: Anstatt wie üblich mit einem 301-Redirect die verkürzte Adresse sofort auf die Ursprungsquelle weiterzuleiten, liefert Digg den HTTP-Statuscode 200 aus und bindet die Quelle in einem Frame ein. Suchmaschinen erkennen dadurch den Zusammenhang zur eigentlichen Seite nicht und werden auch nicht auf diese weitergeleitet. Auf der anderen Seite ist dies die einzig praktikable Möglichkeit die DiggBar zu realisieren. Um eine größeren Aufstand der Webmaster zu vermeiden, hat sich Digg nun dazu entschlossen eine Kompromisslösung einzugehen:

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Nicht auf Digg angemeldete User bekommen nach der Änderung keine DiggBar mehr angezeigt und werden direkt (301-Redirect) durch die verkürzte URL weitergeleitet. Für alle Digg-User bleibt alles beim Alten. Sie bekommen weiterhin die DiggBar – immerhin war die DiggBar seit dem Launch für ca. 45 % der abgegebenen Diggs verantwortlich. Ganze 25 % haben neue Inhalte und Seiten entdeckt, die sie anderenfalls nicht bemerkt hätten – so Digg’s John Quinn in einem Beitrag auf dem Digg-Blog. Natürlich gibt es auch weiterhin die Möglichkeit für registrierte User, die DiggBar zu deaktivieren.

Mit diesem Schritt hat der Social-News-Gigant ein weiteres Mal bewiesen, dass User-Feedback auch wirklich bei den Entwickler ankommt. Es ist nahezu eine Win:Win:Win-Situation entstanden: Die Content Provider sollten durch die Änderungen weitgehend zufrieden sein, die User bekommen weiterhin die speziellen Funktionen der DiggBar und Digg profitiert von der gesteigerten User-Interaktivität. Diese Entwicklungs-Weise entspricht ganz klar der Unternehmenskultur des kalifornischen Unternehmens. Wie Kevin Rose, Mitbegründer von Digg, schon öfters durchklingen lassen hat, ist es für ihn persönlich wichtig, ein Produkt sowie die Änderungen in einer schnellen Taktfrequenz zu veröffentlichen, genau auf die Reaktionen bzw. das Feedback zu hören und dann prompt Anpassungen durchzuführen. “Release early, release often and reiterate”. Diese Praktik haben wir damals schon bei den Kommentaren gesehen und sie kommt auch heute wieder bei der DiggBar zum Einsatz. Vielleicht sollten mehr Web-Entwickler diesen Entwicklungsstil adaptieren, um nicht in der Konkurrenz unter zu gehen.

Die DiggBar – Mehr als eine normale Toolbar!

digg-logojpgAuch die Macher von Digg.com haben sich mittlerweile dazu entschlossen, einen Dienst zum Verkürzen von URLs anzubieten. Das Resultat sieht jedoch im Gegensatz zur Konkurrenz ein klein wenig anders aus. Zum Verkürzen einer Adresse reicht es, den Prefix “digg.com/” vor die eigentliche Adresse zu schreiben. Alles weitere geschieht anschließend ganz automatisch.

Nach einer direkten Weiterleitung auf die verkürzte URL, sticht sofort eine von Digg hinzugefügte Leiste am oberen Seitenrand ins Auge. Die so genannte DiggBar bildet die Verknüpfung zu dem populären Social News Dienst und stellt einige nützliche Features zur Verfügung. Neben dem obligatorischen “Digg”-Button, können die Kommentare  auf Digg in einem Overlay angesehen werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, entweder verwandte Themen oder andere Beiträge der Seite anzeigen zu lassen. Natürlich fehlt auch die Twitter- und Facebook-Integration nicht – mit nur einem Buttonklick lässt sich die verdiggte Seite weiterverteilen.

Hier noch eine Video-Zusammenfassung von Kevin Rose persönlich:

Diese Idee zeigt eindrucksvoll, wie man schon vorhandene Produkte und Ideen immer weiter verbessern und in die eigene “Infrastruktur” einbetten kann. Im Falle von Digg wird natürlich auf eine schier umbegreifbar große Anzahl an persönlichen Weiterempfehlungen, Kommentaren und Votings (Diggs) zurückgegriffen. So ist aus einem einfachen URL-Shortener ein komplett neuer Service geworden.

[via Digg-Blog]