Flash auf dem iPad

Nach der Portierung von Flash für das iPhone kann der erfahrene iPhone-Hacker @comex nun einen weiteren Triumph auf seinem ohnehin schon reichlich mit Ruhm und Ehre gefüllten Konto verbuchen. Die Person hinter dem Spirit-Jailbreak hat es nun geschafft, die Android-Version von Flash 10.1 auf dem iPad unter dem Codenamen Frash zum Laufen zu bringen.

Eine Veröffentlichung folgt laut comex, sobald sich das Projekt in einem einigermaßen fortgeschrittenen Zustand befindet.

Apple vs. Adobe – Steve Jobs vs. Flash

Ich hätte mir ehrlich gesagt nie gedacht, dass es jemals dazu kommen wird, aber Steve Jobs höchstpersönlich hat heute Stellung zum aktuellen Flash-Drama genommen. Der Antwortbrief wurde prominent auf der Hauptseite von Apple platziert und ich schätze damit ist die ganze Sache besiegelt: Flash in dieser Form werden wir niemals auf einem iPhone OS-Gerät sehen – NIEMALS!

Steve Jobs’ Unmut über Flash in sechs Punkten lässt sich  zusammenfassen:

  • Flash ist nicht offen sondern proprietär
  • Es wird schlicht und einfach nicht mehr gebraucht
  • Zuverlässigkeit, Sicherheit und Performance
  • Es verbraucht zu viel Strom und die Batterielebensdauer verkürzt sich
  • Flash wurde für die Eingabe via Maus und nicht für Touchscreens gemacht
  • Die Qualität der Apps sinkt

Apple braucht keine Flash-Unterstützung, es wird zunehmend irrelevant

Ich habe es ja schon einmal auf Twitter vermerkt, aber da sich die Meldungen jetzt zunehmend häufen, ist die Zeit gekommen, diesem Thema einen eigenen Post zu widmen. Immerhin ist es mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass Apple in puncto Flash seine Meinung wohl kaum mehr ändern und das Adobe-Produkt wahrscheinlich niemals von einem iPhone OS-basierten Gerät unterstützt wird. Steve Jobs hat diesen Standpunkt schon einige Male klar gemacht und auch die weinerlichen Äußerungen seitens Adobe können daran nichts mehr ändern.

Jetzt, wo wir uns mit großen Schritten dem iPad-Launch näher, schaltet sich aber eine weitere gewichtige Partei in den Streit ein: Die Website-Publisher kehren Flash zunehmend den Rücken zu und setzen auf HTML5 sowie H.264-kodierte Videoelemente, um die zunehmend wachsende Gruppe der iPhone/iPad-Nutzer nicht als Besucher zu verlieren. Zu den Online Portalen des National Public Radio und des  Wall Street Journal gesellt sich ab sofort auch jenes von TED, das vor allem durch den hohen Video-Gehalt hervorsticht. Das hat Chris Anderson vor einigen Stunden via Twitter bekannt gegeben.

Ich hoffe, dass diese Aktionen jetzt endlich den Stein ins Rollen gebracht hat und noch weitere Betreiber auf flash-freie Websites umstellen. Dann Apple nicht nur ein weiteres mal seinen Willen durchgesetzt, sondern auch der Welt einen großen Gefallen getan.

Nintendo bringt Flash auf die Wii

Obwohl Nintendo mit dem WiiWare-Service und dem Wii-Shop bereits einen Online-Store für kleinere Download-Spiele eröffnet hat, ist es bislang offiziell nur für professionelle Software-Entwickler möglich, ein Spiel für die Konsole zu entwickeln. Dieser Umstand könnte sich jetzt bald ändern. Wie Tyrone Rodriguez – seines Zeichens selbst WiiWare-Entwickler – jetzt in einem Interview verraten hat, wird Nintendo schon bald Spiele zulassen, die auf Adobes Flash-Technologie basieren. Damit würde sich die Wii als Plattform für tausende Web- und Softwareentwickler öffnen und es könnte quasi jeder für die Wii entwickeln – Vorausgesetzt Nintendo gibt Entwicklungs-Tools dafür frei und lockert die Bestimmungen für Einsteiger.

flash_wii

Während sich Apple noch immer gegen Flash am iPhone wehrt und dieses auch erfolgreich verhindert, könnte Nintendo hierbei ein wahrer Glücksgriff gelingen. Flash-Spiele sind nicht nur besonders einfach zu entwickeln, mit ActionScript 3 hat Adobe auch für komplexere Applikationen (3D) ein großartiges Fundament geschaffen. Wenn dann noch die Entwicklungs-Tools für alle Nutzer freigegeben werden und man ein wenig damit herumexperimentieren kann, was mittel Flash-Player sogar auf dem PC/Mac möglich wäre, stände einem Erfolg nichts im Wege.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass Nintendo eine Ankündigung in diese Richtung auf der Game Developers Conference am 23. März macht. Eine entsprechende Keynote mit dem Titel “Discovering New Development Opportunities” ist jedenfalls bereits angekündigt.