Obwohl ich jetzt schon längere Zeit bei Flattr in der Beta-Phase dabei bin, habe ich mich bis jetzt noch mehr oder weniger geweigert, die bunten Buttons auf der eigenen Seite einzubauen. Das System bekommt viel Kritik und teilweise auch pure Ablehnung, es ist jetzt aber an der Zeit, das Ganze hier auszuprobieren und die Reaktionen abzuwarten. Wenn dabei ein kleines Taschengeld für mich rauskommt, soll es recht sein. Anderenfalls fliegen die Buttons halt wieder von der Seite.
Grundsätzlich bin ich von der Idee, für bestimmte Inhalte einen kleinen Teilbetrag als Danksagung zu zahlen, nach wie vor begeistert und würde mich freuen, wenn ein paar Klicks zusammenkommen und ich dafür mal ein Eis kaufen kann :-) Robert Basic hat hier zweiBeispielrechnungen aufgestellt, die anschaulich zeigt, was bei Flattr möglich ist und wie das System funktioniert. Ich bin schon gespannt, was dabei herauskommt!
Wie uns die Vergangenheit lehrt, braucht es oft mehr als einen Anlauf, um potenziellen Nutzern eine Idee schmackhaft zu machen. Dieses Phänomen existiert nicht nur bei bei der Einführung von Hardware und Gadgets, auch bei Internetdiensten setzt sich am Ende keinesfalls immer das erste Produkt seiner Art durch. Oft sind es nur kleine Variationen, die einem Konkurrenten zum Erfolg verhelfen.
Der gerade erst von Peter Sunde, einem der Gründer von Pirate Bay, vorgestellte Dienst Flattr scheint genau in diese Kategorie zu fallen. Micro-Payments und Paid Content sind ein bereits ein alter Hut, haben aber für mich persönlich immer einen negativen Beigeschmack. Man denkt zu viel nach. Brauche ich das virtuelle Gut wirklich? Sollte das nicht eigentlich billiger angeboten werden? Genau an diesem Punkt kommt Flattr ins Spiel und verlangt gleich zu Beginn einen Pauschalbetrag für die monatlichen Konsumationen, den man dann nach Herzenslust über einen Flattr-Button, ähnlich der Digg-Buttons, direkt an Ort und Stelle aufteilt. Gefällt der veröffentlichte Artikel, Podcast oder Musiktitel gibt es einen Klick auf den dazugehörigen Button und schon hat man den Publisher ein wenig reicher gemacht. Am Ende des Monats wird das im Vorhinein gezahlte Geld unter all den “Geflattrten” aufgeteilt und jeder erhält ein kleines Stück vom Kuchen, wie es in der Videopräsentation so schön gesagt wird:
Für den Service heißt es jetzt gerade am Anfang viele Publisher und User zu gewinnen und die Flattr-Button quer über’s Internet zu verteilen. Die monetären Anreize bestehen ja – also dürfte das kein allzu großes Problem werden. Wenn die Akzeptanz der User dann erst einmal da ist, könnten wir schon bald eine Renaissance des Paid Contents erleben. Endlich eine Art, die mir Bezahlinhalte sympathisch macht und gleichermaßen die Urheber für ihre Leistungen entlohnt. Denn auch wenn sie nur einen minimalen Teil des Pauschalbetrags erhalten, so ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass mehr Nutzer Geld dafür bezahlen und immerhin macht Kleinvieh ja auch Mist ;)