Nokia crasht HTC-Event in London

Schön ist das, wenn zwei Konkurrenten sich bis aufs Blut bekämpfen und durch ein paar “nette” Gesten versuchen, den Mitbewerber eines auszuwischen. So passiert heute in London, wo derzeit die Nokia World 2010, quasi die Hausmesse von Nokia, stattfindet. HTC hat kurzerhand ein Presseevent organisiert um einige neue Modelle und Services der Weltöffentlichkeit vorzustellen und gleichzeitig den Wind aus Nokias Segeln zu stehlen. Das ließ sich der finnische Telekommunikationskonzern natürlich nicht so einfach gefallen und hat knallrote Luftballons mit der Aufschrift “I know where I’m going with Nokia’s Ovi Maps” und HTC press conference survival kits direkt vor dem Eingang der Konkurenzveranstaltung an die Journalisten verteilt. Well played, Nokia!

Am kommenden Freitag gibt es übrigens ein ähnliches Event von HTC in Wien, zu dem ich dank meiner neuen Wohnung schauen werde. Wenn es dort noch etwas neues gibt, erfahrt ihr es selbstverständlich hier :)

[Images by engadget]

Steht Palm zum Verkauf?

Als sich der Smartphone-Hersteller Palm im Januar 2009 auf der Consumer Electronics Show mit dem Palm Pre und seinem neuen Betriebssystem WebOS von Grund auf neu erfand, konnten die Dinge für das angeschlagene Unternehmen anfangs nicht besser stehen. Die Fachpresse und Kunden waren überzeugt von den vorgestellten Produkten und die neue Konkurrenz heizte den umkämpften Smartphone-Markt weiter an. Jetzt, über ein Jahr später, ist von diesem Enthusiasmus nicht mehr viel übrig.

Gemäß des amerikanischen Nachrichtenportals Bloomberg.com soll Palm sich jetzt selbst zum Verkauf stellen und auch bereits Goldman Sachs und Qatalyst Partners engagiert haben, um einen geeigneten Käufer zu finden. Mit HTC und Lenovo wurden auch schon zwei Interessenten gefunden, denen Palm wohl sehr gut ins Produkt- und Patentportfolio passt. Gerade bei HTC kann ich mir eine Übernahme  ehrlich gesagt ziemlich gut vorstellen. immerhin baut das taiwanische Unternehmen zwar ausgezeichnete Hardware, hat aber keine eigene Softwareplattform und ist immer auf Partnerprodukte wie Windows Mobile oder Googles Android angewiesen. WebOS ist konkurrenzfähig genug, um diese Lücke problemlos zu füllen.

Vorteile von Googles Android lösen sich in Luft auf?!

android_robotDer größte Vorteil der iPhone OS Plattform als bevorzugtes Paradies für Entwickler liegt auf der Hand: Ein einheitliches User-Interface auf einer Vielzahl von Geräten, um die Entwicklung und Distribution von Programmen so einfach wie möglich zu gestalten. Apple hat sich bisher stets darum bemüht, auf den verschiedenen iPhones und iPod Touch-Geräten nicht viele Inkonsistenzen zu erzeugen und die somit Kompatibilität aufrecht zu erhalten. Bis auf ein paar Ausnahmen, wie der GPS-Lokalisation oder dem digitalen Kompass, sind sie sich dieser Philosophie absolut treu geblieben. Das haben die Entwickler mit einer Hülle und Fülle an unterschiedlichen Apps belohnt, die ohne größere Probleme zu den verschiedenen Apple-Gadgets kompatibel sind.

Auch Google verfolgt mit dem Betriebssystem Android eine ähnliche Strategie – wenn auch nicht ganz so erfolgreich. Während die Vorgehensweise damals beim T-Mobile G1 noch sehr transparent war und man endlich auf eine einheitliche Mobil-Plattform hoffen konnte, sieht die Geschichte einige Monate danach schon ganz anders aus. Mit der zunehmen Anzahl an Android-Geräten fange ich immer mehr zu zweifeln an, ob nicht doch jeder Hersteller im Endeffekt sein eigenes “Süppchen” kochen wird und auf die Einheitlichkeit und Kompatibilität verzichtet, um ein Alleinstellungsmerkmal zur Konkurrenz zu erarbeiten.

Im aktuellen Fall handelt es sich dabei um das HTC Hero (hierzulande übrigens T-Mobile G2 Touch genannt), das erstmals eine komplett überarbeitete Benutzeroberfläche verwendet mit dem das standardmäßige Android-Interface ersetzt wird. Obwohl das Design durchaus stimmig erscheint und mir zweifellos gefällt, frage ich mich, ob dies nicht auf Kosten der Kompatibilität durchgesetzt wurde. Neue Betriebssystem-Updates können sicherlich nicht mehr ohne weiteres direkt von Google auf das Handy gespielt werden, sondern müssen zuerst von HTC angepasst und dann erst freigegeben werden. Weltweite Aktualisierungen, wie wir sie durch Apple lieben gelernt haben, gehören damit der Vergangenheit an und auch für Entwickler wird es schwieriger, die Programme für alle Geräte gleichzeitig und ohne Anpassungen zu veröffentlichen. Eben diese Situation kennen wir bereits von all den anderen Handy-Plattformen und wollte Google mit Android nicht genau das der Vergangenheit angehören lassen?