Nokia X7: Videos von Asphalt 5 HD und Galaxy on Fire

Vor nicht allzu langer Zeit hat mir Nokia wieder einmal ein Testgerät zu einem aktuellen Smartphone zur Verfügung gestellt, um es hier für euch auf Herz und Nieren zu testen. Genau genommen handelt es sich dabei um das Nokia X7, das neue Multimedia und Entertainment-Handy des finnischen Unternehmens. Da sich im Lieferumfang bereits zwei (auch von iOS) bekannte Spiele befinden, habe ich gleich mal die Videokamera angeworfen, damit ihr euch selbst vom Geschehen überzeugen könnt. Den Ton habe ich diesmal übrigens direkt vom Handy abgezapft.

Im Test: Nokia C7

Vor ziemlich genau einem Monat hat Nokia zusammen mit Microsoft die geplante Zusammenarbeit der beiden Unternehmen im Mobilfunk-Bereich bekannt gegeben. Spannendster Punkt des Deals ist, dass der finnische Mobilfunkhersteller in seinen kommenden Smartphones auf das brandneue Windows Phone 7-Betriebssystem von Microsoft setzt und das hauseigene Symbian-System nur mehr im Low-End-Bereich zum Einsatz kommt. Dass ich kein wirklicher Fan von Symbian bin, hat man beim letzten Review des Nokia N8 schon lesen können, deswegen bin ich auch ziemlich froh über Nokias Schritt, sich für die Zukunft externe Hilfe im Softwarebereich zu suchen. Umso gemeiner ist es, dass ich die letzten drei Wochen ein Nokia C7 daheim hatte, und damit die Software-Schwachstellen des Betriebssystems direkt vor meinen Augen hatte. Dafür überzeugte ein weiteres mal die hervorragende Verarbeitungsqualität und die Hardware des neuesten Nokia-Sprösslings. Im folgenden Test werde ich nicht mehr so sehr auf die Software-Seite des Geräts eingehen – diese habe ich im N8-Test bereits ausführlich erläutert – sondern mich eher auf die Hardware konzentrieren.

Erster Eindruck

Wie auch das Nokia N8 fühlt sich der “kleine Bruder” Spitzenklasse an. Die Außenhülle ist zwar aus Plastik, fühlt sich aber trotzdem ausgesprochen solide an und knarzt an keiner Stelle – egal wo und wie man das Gerät in der Hand hält.  Mir gefällt das Design wesentlich besser als die Form des N8. Es wirkt sehr edel und gut durchdacht.

Ausstattung

Wie beim N8 bekommt man auch beim Nokia C7 alles was das Herz begehrt: Integriertes WLAN, UTMS (inkl. HSDPA und HSUPA), GPS mit Kompass und Bluetooth 3.0. Beim integrierten Speicherplatz wurde dafür ein wenig gesparrt, aber immerhin kann man die 8 GB durch einen MicroSD-Slot beliebig erweitern. Der USB-Port unterstützt ebenfalls den “USB On-the-go”-Standard, wodurch das Smartphone einige USB-Host-Funktionen übernimmt und so Daten von USB-Sticks oder Digitalkameras auf das Gerät übertragen kann. Eine wirklich praktische Funktion, wenn man oft unterwegs ist und nicht immer und überall einen Laptop bei sich hat.

Hardware

Bei den inneren Werten hat sich Nokia auf einen ARM 11-Prozessor mit 680 MHz Taktrate verlassen, der nicht mehr ganz dem heutigen Stand der Technik entspricht, aber immerhin noch gut mit dem Symbian-Betriebssystem zurecht kommt. Außerdem wurden dem C7 nur 256 MB Arbeitsspeicher spendiert, was ebenfalls als unzeitgemäß zu bezeichnen ist. Die Konkurenz à la HTC rüstet seine Geräte mittlerweile mit 1,5 GB aus. Dafür gibt es ein kapazitives AMOLED Touch-Display mit einer Auflösung von 640 x 360 Pixeln und einem 16:9 Seitenverhältnis.

Software

Wie bereits erläutert kommt noch immer das Symbian-Betriebssystem zum Einsatz. Mit dem Ovi-Store lässt es sich zwar beliebig erweitern, es fehlt aber einfach die benutzbare Oberfläche, die man von Android oder iOS gewohnt ist. Das fängt schon bei den Einstellungen an, wo zwar alles irgendwo in unzähligen Menühierarchien versteckt ist, aber man es nie auf den ersten Versuch findet. Ein anderer Punkt ist das Onscreen-Keyboard, dass nur im horizontalen Betrieb wirklich verwendbar ist. Hällt man das C7 beim Tippen vertikal, kommen die von normalen Handys bekannten Zifferntasten und man muss wie in der Steinzeit für ein “c”, dreimal auf 1 tippen.

Fazit

Wie beim Nokia N8 hat auch das C7 das größte Kritikpunkt auf das Symbian-Betriebssystem. Bei der Verarbeitung ist der finnische Hersteller wie bisher gewohnt weiterhin Top, leider hinken schön langsam aber auch die verbauten Hardware-Teile der Konkurrenz hinterher. Mir gefällt das C7 rein vom Design viel besser als das N8 und denke das die schlankere Smartphone einige Anhänger findet. Angesichts der Zukunft von Symbian halte ich es aber für keine Idee jetzt noch auf dieses System zu setzen. Es bleibt die Furcht, dass die Updates irgendwann eingestellt werden und auch der Ovi-Store seine Entwickler verliert. Und wer will ein Smartphone ohne aktuelle Apps?

Nokia N8 im Test

Smartphones – Genau in dieser einen Mobiltelefon-Kategorie, die sich in Zukunft ohne Zweifel immer stärker auftritt, kann der angeschlagene Mobilfunk-Gigant Nokia derzeit nicht einmal annähernd seinen Mitbewerbern das Wasser reichen. Zwar sieht es – betrachtet man die Verkaufszahlen isoliert – noch gar nicht so schlecht für den finnischen Konzern aus, technologisch geraten sie aber immer weiter ins Hintertreffen. Während HTC, Samsung und Co. im Akkordtempo Android-Geräte auf den Markt werfen und eines schneller, besser und weiterentwickelter ist als das andere, bewegt sich bei Nokia scheinbar nicht wirklich viel. Auch wenn es von offizieller Seite nicht zugegeben wird, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass in Finnland die Alarmglocken seit längerem schon im Dauerton läuten – irgendwann wird es nämlich nicht mehr ausreichen, resistive Touchscreen-Displays, schwache Prozessoren und ein unbedienbares Betriebssystem anzubieten und nur durch die Bekanntheit auf Erfolg zu hoffen. Genau aus jener Motivation wurde anscheinend das Nokia N8 geschaffen, dass sowohl dem iPhone als auch den Android-Geräten Paroli bieten können soll. Ich durfte das neue Flagship-Modell drei Wochen testen und mir eine Meinung über das Gerät bilden.

Erster Eindruck

Eines gleich vorweg, das N8 fühlt sich Spitzenklasse an. Die Außenschale des knapp 135g schweren Geräts besteht größtenteils aus eloxiertem Aluminium und sitzt bombenfest an seiner Stelle. Nichts knarzt, nichts wackelt – einzig den schwer austauschbaren Akku könnte man bekritteln. Dazu müssen nämlich erst zwei Schrauben gelöst werden. Der Sim-Karten-Einschub rutscht deswegen wie beim iPhone 4 auf die Seite. Ansonsten fühlt es sich genau wie ein Gerät an, auf das man tagein tagaus als Begleiter setzen kann. Auf den ersten Blick hat Nokia in dieser Disziplin nahezu alles richtig gemacht. Einzig das Design bzw. die Form des Gehäuses bleibt Geschmackssache. Mir sagt es weniger zu, da gefallen gerade Flächen à la iPhone 4 mehr.

Ausstattung

Auch bei der Ausstattung fehlt es Nokias Kraftpaket wenig. Integriertes WLAN, UMTS inklusive HSDPA und HSUPA für schnelleren Upload sowie GPS mit Kompass und Bluetooth 3.0. Ganze 16 GB Speicherplatz runden das Paket angenehm ab. Zur Übertragung von Video- und Audio-Daten gibt es sowohl einen 3,5 mm Klinken-Anschluss als auch einen echten HDMI-Port. Beim USB-Anschluss hat sich Nokia etwas besonderes einfallen lassen. Dieser unterstützt die “USB On-the-Go”-Spezifikation, wodurch das Smartphone eingeschränkte USB-Host-Funktionen übernehmen kann und so Daten von USB-Sticks oder Fotos von der Digitalkamera direkt auf das N8 überspielt werden können. Diese Funktion könnte sich beispielsweise im Urlaub als ziemlich praktisch erweisen. Auf der Rückseite des Geräts gibt es schließlich noch die obligatorische Kamera, die mit 12 Megapixel überaus hoch auflöst und zusätzlich noch mit einem Objektiv von Carl Zeiss ausgestattet ist. Im Außenbereich kommt sie allemal an Point-and-Shoot-Kameras heran, drinnen gibt es jedoch wie bei allen Smartphones deutliche Probleme mit dem Bildrauschen. HD-Videos können mit bis zu 720p in akzeptabler Qualität aufgenommen werden, was ein durchaus nettes Extra ist – vor allem, wenn die Videos dann direkt über den HDMI-Anschluss am Fernseher gezeigt werden können.

Hardware

Im Inneren des Nokia N8 werkelt ein ARM 11-Prozessor, der mit 680 MHz etwas niedrig getaktet ist. Konkurenzmodelle von HTC haben immerhin bereits die 1,5 GHz-Grenze erreicht. Auch die magere RAM-Ausstattung – es wurden lediglich 256 MB Arbeitsspeicher verbaut – verliert gegen die vergleichbaren Modelle der Mitbewerber. Apple hat dem iPhone 512 MB, HTC dem Desire HD 768 MB spendiert. Für ein Flagship-Modell ist Nokias Ambition in diesem Bereich eindeutig zu wenig. Im Bereich des Displays muss man den finnischen Mobilfunker jedoch loben, endlich wurde auf einen resistiven AMOLED-Touchscreen verzichtet und stattdesssen ein kapazitiver Screen verwendet. Leider gibt es auch hier ein Manko, das Display löst im Vergleich zu anderen Geräten relativ niedrig auf (640 * 360 Pixel)

Software

Obwohl mir das Nokia N8 als Gerät selbst gut gefällt, musste ich leider wieder einmal schmerzlich feststellen, wie sehr das Betriebssystem hinterher hinkt.  Wer Symbian kennt, wird mir zustimmen, dass es zwar grundlegend an fast keinen Funktionen fehlt, dennoch der Komfort und die Bedienfreundlichkeit deutlich auf der Strecke bleibt. Ich hatte eigentlich große Hoffnung in Symbian^3 gelegt, das das angestaubte Betriebssystem angeblich wieder auf Vorderman bringen sollte. Außer ein paar Usability-Verbesserungen, wie der Entfernung von den mühsamen “Zwischenklicks”, der Unterstützung von Multitouch und einem besseren Web-Standard-Support, habe ich diesbezüglich nicht viel entdeckt. Anscheinend gibt es jedoch viele Änderungen “unter der Haube”, die zugegeben äußerst wichtig für die Zukunft der Plattform sind, sich jedoch NOCH nicht direkt  für den Nutzer bemerkbar machen. Ich hoffe, dass Nokia hier eine gute Grundlage für Symbian^4 erarbeitet hat und mit der nächsten Version auch die Änderungen auf Nutzerebene Einzug halten. Das Symbian^4-Update sollen übrigens alle Symbian^3-Geräte – eine sehr löbliche Geste.

Derzeit sind im 1 zu 1 Vergleich mit iOS oder Android aber noch Welten zwischen den Systemen. Das einzige, was mir softwaremäßig am N8 richtig gut gefällt, ist der Startbildschirm. Dieser gliedert sich in rechteckige Widgets, die sich nach Belieben anpassen und austauschen lassen. Dazu gehören beispielsweise eine Kontakt-Schnellauswahl, ein Facebook-Widget, eine E-Mail Ansicht oder eine Musiksteuerung. Alles Weitere kennt man schon von früheren Symbian-Smartphones und ist quasi Standardware. Positiv aufgefallen sind mir die Nokia Ovi-Internetdienste, die im Gegensatz zu Konkurenz-Handhelds richtig punkten können. Im Ovi Store werden ähnlich dem App Store downloadbare Apps angeboten. Der Online-Marktplatz enthält laut Nokia bereits mehrere tausend Programme und wächst täglich weiter. Ein anderer toller Service ist Ovi Maps, der kostenlos als vollständiger Navigations-Dienst verwendet werden kann. Dazu wird aktuelles Kartenmaterial entweder direkt aus dem Internet geladen oder für Auslandsreisen offline auf dem Gerät gespeichert. Auch die Integration der Social-Networks auf Systemebene ist ein Schritt in die richtige Richtung, könnte jedoch noch besser umgesetzt werden. Egal welche Punkte man in den verschachtelten Menüstrukturen sucht, man kommt selten direkt an’s Ziel. Viel öfters sucht man verwirrt nach Anhaltspunkten, wo sich die gewünschte Funktion verstecken könnte. Hier sollte Nokia endlich Altlasten über Board werfen und das gesamte System in der zukünftigen Version komplett neu strukturieren und aufräumen.

Fazit

Das größte Manko am Nokia N8 ist eindeutig das Betriebssystem Symbian^3, das noch immer nicht an die Konkurenz-Systeme herankommt. Das Gerät an sich ist wirklich ausgezeichnet verarbeitet und auch über die geringere Hardware-Ausstattung kann man hinwegsehen, weil alles trotzdem flüssig läuft und auch bei intensivem Multi-Tasking traten keine Performance-Probleme auf. Irgendwie ist es schade, dass Symbian eine Generation zurückhinkt. Ansonsten könnte man das Gerät nämlich bedingungslos weiterempfehlen. Hoffen wir, dass sich in Zukunft hier einiges tut!

Komm, wir bauen uns eine Ovi-App

Als einzelner Blog mit einer treuen, aber doch eingeschränkten Leserschaft hatte man bisher nicht wirklich eine Möglichkeit von der Popularität und dem Aufstieg der verschiedenen Mobilplattformen und deren App Stores zu profitieren. Immerhin besitzt nicht jeder die notwendigen Programmierkenntnisse und hat genügend Zeit/Ressourcen für die Erstellung eines eigenen Apps. Dank Nokia gibt es zumindest auf der Ovi-Plattform nun Abhilfe für alle Blogger, die denen eben das nötige Know-How dafür fehlt: Der Ovi App Wizard.

Zusammen mit ein paar anderen Bloggern (hier deren Apps: digiom, The Sandworm, Wissen belastet, Wiener-Online) wurde ich von Nokia vergangene Woche zum Ovi App Date geladen, wo die Funktionen des Wizards im kleinem Rahmen vorgestellt wurden und wir uns dann im Anschluss gleich selbst ans Werk machen durften. Nach der Registrierung wird man von einem Assistenten durch die wirklich einfach gestaltete Prozedur geführt, alles was man dafür braucht sind ein paar Grafiken des eigenen Blogs und einen RSS-Feed der Beiträge. Den Rest erledigt Nokia für euch, völlig kostenlos und ohne unnötige Hürden. Gegen einen symbolischen Beitrag von 1 Euro erhält man dann noch zusätzliche Features, die den Umfang der Verwaltungsoberfläche noch erweitern.

Ihr solltet das Ganze einfach mal selbst mit eurem Blog ausprobieren und eine eigene App erstellen. Für alle Österreicher/innen gibt es dazu noch einen ganz speziellen Anreiz: Denn, wer jetzt seine mit dem Ovi App Wizard selbst erstellte App online in den Ovi Store stellt, hat die Chance, das neue Nokia N8 Smartphone – zudem hier bald ein Test erscheint – zu gewinnen. Also auf zum Ovi App Wizard und loslegen. Wenn eure App bereit ist, müsst ihr einfach den Namen eurer App, euren Namen und den Link zu eurer App im Ovi Store an oviappwizard@ovi.com schicken und schon seid ihr dabei. Der Gewinner wird am 19. November um 20:00 Uhr gezogen und dann benachrichtigt.

Und hier bekommt ihr meine Blog-App, ich würde mich natürlich über ein paar Downloads freuen:

Nokia crasht HTC-Event in London

Schön ist das, wenn zwei Konkurrenten sich bis aufs Blut bekämpfen und durch ein paar “nette” Gesten versuchen, den Mitbewerber eines auszuwischen. So passiert heute in London, wo derzeit die Nokia World 2010, quasi die Hausmesse von Nokia, stattfindet. HTC hat kurzerhand ein Presseevent organisiert um einige neue Modelle und Services der Weltöffentlichkeit vorzustellen und gleichzeitig den Wind aus Nokias Segeln zu stehlen. Das ließ sich der finnische Telekommunikationskonzern natürlich nicht so einfach gefallen und hat knallrote Luftballons mit der Aufschrift “I know where I’m going with Nokia’s Ovi Maps” und HTC press conference survival kits direkt vor dem Eingang der Konkurenzveranstaltung an die Journalisten verteilt. Well played, Nokia!

Am kommenden Freitag gibt es übrigens ein ähnliches Event von HTC in Wien, zu dem ich dank meiner neuen Wohnung schauen werde. Wenn es dort noch etwas neues gibt, erfahrt ihr es selbstverständlich hier :)

[Images by engadget]

MeeGo 1.0 für Netbooks und N900 veröffentlicht

MeeGo, das quelloffene Vorzeigeprojekt von Nokia und Intel, das ursprünglich aus einer Fusion zwischen der Maemo-Plattform und dem Moblin-Betriebssystem kommt, nähert sich mit großen Schritten der Fertigstellung. Heute wurde endlich die Version 1.0 der Core Software Platform & Netbook User Experience veröffentlicht. Mit dieser stabilen können sich Anwendungs-Entwickler jetzt so richtig an die Arbeit machen und erste Programme für das linuxbasierte Betriebssystem aus den Codezeilen stampfen. Zum Ausführen der Images benötigt man derzeit entweder ein Netbook mit Intels Atom-Prozessor oder ein N900 von Nokia.

Nokia Booklet 3G im Test

Der Aufstieg der Netbooks hat der Computer-Branche in den vergangenen zwei bis drei Jahren eine gewaltige Brise Rückenwind verschafft. Die kleinen Notebooks, die zwar im Gegensatz zu ihren großen Brüdern bei der Rechenleistung nicht mithalten können, dafür aber deutlich handlicher und kostengünstiger sind, haben wahrhaftig eine Marktlücke für sich entdeckt und erfolgreich ausgefüllt. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass sogar branchenfremde Unternehmen ein Stück des stark wachsenden Kuchens abbekommen wollen und mit konkurrenzfähigen Produkten um Marktanteile ringen. Gleichermaßen ist auch die Nutzung des mobilen Internets seit einiger Zeit kontinuierlich angestiegen. Datenpakete wurden ständig günstiger, UMTS-Datenmodem in Form von USB-Sticks wurden eingeführt und Discounter mischten den hart umkämpften Markt mit einigen Preisaktionen auf. Und genau diese zwei Entwicklungen haben den finnischen Mobiltelefon-Hersteller höchstwahrscheinlich dazu bewogen, seine Expertise im Mobilfunk- und Hardware-Bereich zu bündeln und mit dem Nokia Booklet 3G auf dem Nokia World Event im September 2009 erstmals ein selbstentwickeltes Netbook der Öffentlichkeit zu präsentieren. Rund ein halbes Jahr nach dem Launch in Österreich habe ich es endlich geschafft, einen Blick auf das Gerät zu werfen und es gründlich unter die Lupe nehmen zu können …

Auf den ersten Blick ist das Booklet 3G eines der ästhetischsten Netbook-Modelle, die mir je untergekommen sind. Die Mischung aus Aluminium und sehr sparsam eingesetzten Plastik-Elementen lassen es sehr robust, edel und vor allem alles andere als billig aussehen. Das Top-Cover ist in einer der drei Farben Schwarz, Blau oder Silber eingefärbt, wobei mir die schwarze Variante am eindeutig am besten gefällt. Auch bei dem brillanten 10,1 Zoll-Display wurde nicht gesparrt. Eine Auflösung von 1280×720 ist für Netbooks unüblich hoch, hilft aber dabei, mehr Inhalte auf dem kleinen Screen darzustellen. Das kann stellenweise von Vorteil sein, aber zum Beispiel bei einigen Webseiten zu Problemen mit der Lesbarkeit führen. Glücklicherweise haben moderne Browser eine exzellente Zoom-Funktion, die auch dieses Manko wieder wett macht. Obwohl die Tastatur auf Grund der Gehäusegröße recht klein gehalten wurde, lassen sich alle Tasten ohne Probleme erreichen und mit etwas Eingewöhnung angenehm und schnell bedienen. Lediglich der Anschlag könnte ein wenig klarer sein. Das Touchpad macht im Großen und Ganzen einen akzeptablen Eindruck, wer aber jenes von einem MacBook gewohnt ist, wird erstmals enttäuscht sein. Gegen die Konkurrenz aus dem Hause Apple – die meiner Meinung nach eindeutig die besten Touchpads verwenden – kommt das Nokia Booklet 3G nicht an. Auch wenn sich Multi-Touch-Funktionen und -Gesten mit einem neueren Treiber nachrüsten, reagiert es teilweise recht zaghaft auf die Eingaben und Bewegungen der Finger.

Bei der restlichen Ausstattung hält sich Nokia größtenteils an die Standards der Netbook-Branche. Der Intel Atom Z530 Prozessor mit 1.6 GHz ist in der Rechenleistung akzeptabel und energiesparend, jedoch kann man den 1 GB großen Arbeitsspeicher heute nicht mehr als zeitgemäß bezeichnen. Als Speicherplatz steht eine 120 GB Festplatte mit 4200 Umdrehungen pro Minute zu Verfügung. Das reicht zwar prinzipiell für die alltäglichen Arbeiten aus, könnte aber mittlerweile auch durch ein größeres und vor allem schnelleres Modell ausgetauscht werden. Dafür sticht das Booklet 3G bei der Konnektivität heraus. Mit einer Kombination aus WLAN, Bluetooth und integriertem UMTS-Modem samt A-GPS hält man sich alle Möglichkeiten offen. Der Wegfall des sonst obligatorischen UMTS-Sticks fällt positiv auf, vor allem wenn man viel unterwegs ist und nicht immer auf ein WLAN-Netz zurückgreifen kann. Das Booklet 3G wird so beispielsweise in langen Zugfahrten zum treuen Reisebegleiter und lässt einem durch die starke Akkuleistung nicht so schnell im Stich. Über acht Stunden habe ich im Test mit ständigem WLAN-Betrieb, Surfen und Arbeiten mehrere Male problemlos erreicht. Ein aktiviertes WLAN-Modul sollte man auch unbedingt in den Akku-Test mit einbeziehen, denn einen Ethernet-Anschluss sucht man vergebens. Auch auf einen VGA-Port wurde im Gegenzug zu einem HDMI-Ausgang verzichtet, was vor allem bei Präsentationen einige Probleme bereiten wird. Gerade für ältere Beamer und Projektoren ist ein VGA-Anschluss nämlich oftmals Pflicht.

Das vorher bereits angesprochene Assisted-GPS kann standardmäßig leider nur in Verbindung mit dem Ovi Maps Gadget auf dem Desktop verwendet werden. Ein paar kleine Tricks aus dem offiziellen Nokia-Forum helfen jedoch, die Funktion auch für andere Programme – etwa Google Earth – freizuschalten. Bleibt die Frage, warum so etwas nicht von Anfang an angeboten wird.

Softwaremäßig setzen die Finnen auf Microsofts neues Betriebssystem Windows 7. Der Kunde kann sich dabei zwischen der abgespeckten Starter Edition oder der Home Premium-Version entscheiden. Software und Treiber werden mit einem bereits installierten Software Updater auf dem Laufenden gehalten. Auch für die Kommunikation mit Facebook und Twitter wurde gedacht – darum kümmert sich das Social Hub getaufte Mini-Programm, das zusätzlich für den Versand von SMS- und MMS-Mitteilungen zuständig ist.

Nokia hat mit dem Booklet 3G sicherlich eines der edelsten Netbooks gebaut, das ich jemals in die Hand bekommen habe. Es ist klein und handlich, glänzt aber gleichzeitig auch durch die robuste Materialwahl und Verarbeitung und hebt sich genau dadurch von der übrigen Netbook-Welt angenehm ab. Bei den inneren Werten hat Nokia aber leider doch den Rotstift zu oft angesetzt und bei der Ausstattung gesparrt, was man bei einem stolzen Verkaufspreis von 619 Euro (zusammen mit einem abgeschlossenen Vertrag natürlich billiger) nicht wirklich verstehen kann. Gerade eine Verdopplung des Arbeitsspeichers würde die Performance erheblich verbessern und das Arbeiten mit mehreren gleichzeitig laufenden Programmen angenehmer machen. Alles in allem ist Nokia aber ein ausgesprochen gutes Erstlingswerk gelungen, ich freue mich schon auf ein überarbeitetes Nachfolgemodell.

Danke an Nokia für die Zurverfügungstellung des Testgeräts.

[Zur Produktseite @ nokia.at]