Das Web-Browser-Business ist heutzutage ein hart umkämpftes Geschäftsfeld. Große Player wie Microsoft, Google, Apple und Mozilla streiten sich in lang anhaltenden Feature-Schlachten um die heiß begehrten Marktanteile und bringen im Akkordtempo neue Performance- und Geschwindigkeits-Verbesserungen heraus um die Mitbewerber auszustechen. Oft vergessen wird hier die norwegische Firma Opera, die zwar im mobilen Bereich stark vertreten sind, im Desktop-Sektor jedoch bisher nicht wirklich Fuß fassen konnten und heute mit dem Opera 10.60 die neueste Inkarnation ihres Browsers veröffentlicht haben:
Eine schnellere Java-Script Engine soll den Browser 50% schneller machen als den ohnehin schon blitzschnellen Vorgänger (10.50)
Bessere HTML5-Unterstützung und WebM Video und Geolocation (Demo)
Genau vor 20 Tagen hat Opera seinen Mini-Browser bei Apple für den AppStore eingereicht und ich kenne ehrlich gesagt niemanden, der dem schwedischen Browserentwickler nur einen Funken Chance zugerechnet hat. Apple geht gerade in letzter Zeit nicht zimperlich mit den “unerwünschten Apps” (aka Google Voice) um und lässt sich da auch nicht von außen beeinflussen. Dementsprechend hätte auch ich alles darauf verwettet, dass Opera die Entwicklungsressourcen umsonst in den iPhone-Browser investiert hat und es nie zu einer Zulassung im AppStore kommen würde.
Heute hat Opera überraschend via Pressemitteilung genau das Gegenteil bekannt gegeben und die Welt eines besseren belehrt. Der Opera Mini ist ab sofort im AppStore erhältlich und sollte innerhalb der nächsten 24 Stunden weltweit downloadbar sein. Wow!
Opera versucht also wirklich sein glück. Der schwedische Browserhersteller hat laut eigenen Angaben eine iPhone-Version seines Mini Browsers zur Veröffentlichung im AppStore eingereicht. Dass Apple nicht gerade über fremde Browser am iPhone erfreut ist, zeigen bereits die vielen negativen Berichte des restriktiven Zulassungsprozesses. “Coming Soon to the iPhone AppStore”? Da bin ich gespannt, auf alle Fälle sieht das gezeigte Material aber Spitzenklasse aus. Besonders über EDGE soll der Browser seine Muskeln spielen lassen. Opera Mini nützt übrigens eine serverseitige Komprimierungtechnologie zur Verkleinerung der Webseiten, die dann um bis zu 90 % kleiner sind als vorher und dementsprechend weniger Übertragungszeit benötigen.
So ist das eben in der Welt der Browser, kaum ein Tag vergeht, ohne dass nicht ein neuer Alpha-, Beta- oder Nightly-Build eines Browsers oder dessen Rendering Engine veröffentlicht wird. Und jeder verspricht Performance-Verbesserungen und bessere Kompatibilität im Gegensatz zur Konkurrenz, die aber die Veränderungen wiederum auf Schritt und Tritt verfolgt und im nächsten Moment nachzieht.
Heute hat das norwegische Unternehmen Opera die aktuelle Beta-Version 10.50 des gleichnamigen Browsers für Mac OS X veröffentlicht. Erstmals setzt man hierbei nicht mehr auf das mittlerweile angestaubte Carbon-Framework, sondern nützt die neuere Cocoa-Technologie von Apple. Dazu kommen noch anscheinend massive Geschwindigkeits-Verbesserungen, mit Hilfe deren Opera den ehemaligen Speed-King WebKit vom Thron stoßt, und folgende Features:
Stabilization Improvements: You will find that this build is much more stable than the pre-alpha build.
More polished user interface: The whole UI is more polished now. We’re still not done yet, and expect more polishes and improvements in the builds to come.
Opera Unite: Opera Unite now works with this release. You can browse through and download unite apps through the Unite Apps Repository.
HTML5 <video>: This beta now supports the html5 <video> tag.
Widgets as standlone apps: We’ve already talked about widgets as standalone apps, but this functionality was till now, only available in windows builds. Now even in this build of 10.50 beta for mac, you can use widgets as standalone apps. Check out this ODIN post by Patrick Lauke on standalone widgets for more information.
New Developer Tools Menu: You can go to ‘View->Developer Tools’ Menu to access common and usefull tools for developers, such as Opera Dragonfly, cache information, the error console, the source code of the page, and more.
Opera, ein norwegisches Software-Unternehmen, das bereits jahrelang (vergeblich) versucht am Browsermarkt Fuß zu fassen, macht nun mit dem neuen Service Opera Unite den Browser zum Server.
Durch den neuen Dienst, der übrigens bereits mit dem neuesten Opera Browser Snapshot zum Download angeboten wird, können auch normale Nutzer kinderleicht kleine Programme – Opera Unite Services genannt – direkt auf ihrem Computer hosten und damit ein richtiger “Teil des Internets” werden. Kommunikation läuft so nicht mehr über einen übergestellten Server, sie findet viel mehr direkt zwischen den Computern der Benutzer statt. Die gegenwärtig erhältlichen Services stellen laut Opera nur die Spitze des Eisbergs dar, komplexere Dienste von Drittentwicklern sollen durch bereitgestellte APIs/Schnittstellen und einer umfangreichen Dokumentation in den kommenden Wochen folgen.
Wer sich noch weiter mit dem Thema beschäftigen will, findet hier noch einen sehr interessanten Artikel über die Vision hinter Opera Unite oder soll sich ganz einfach folgendes Video ansehen:
Das Konzept scheint zwar auf den ersten Blick ziemlich schlüssig und ideenreich, jedoch gibt es auch einige Hürden, die Opera noch überwinden muss, die aber teilweise an der verwendeten Technik selbst beziehungsweise der Philosophie dahinter liegen. Da jeder Client gleichzeitig einen Server darstellt, kann es leicht passieren, dass die für Freunde zur Verfügung gestellten Fotos nicht wirklich online sind, wenn diese sie ansehen wollen. Ist der Computer nicht online, kann sich auch kein anderer darauf verbinden und die Services darauf nützen. Gerade dieser Umstand wird verhindern, dass Opera Unite jemals den Sprung auf den Massenmarkt schafft. Denn diese Nutzer sitzen nicht den ganzen Tag vor dem Computer und sind mit dem Internet verbunden, eher schalten sie das Gerät mal schnell für eine Stunde ein, erledigen die Arbeit und drehen dann wieder den Saft ab. Ich hoffe für Opera, dass sie für diese Zielgruppe eine Lösung anbieten, was aber auf jeden Fall wieder zentrale Server voraussetzt und damit gegen die Dezentralität gehen würde.
Außerdem bleibt immer noch das Risiko, dass die Idee, wie auch schon zahlreiche andere Innovationen von Opera bevor, von einem anderen Browserhersteller oder etwa der Open Source Community kopiert und später in verbesserter Form mehr Erfolg haben wird.