Tweetmeme Live: Retweets in Echtzeit (!) verfolgen

Tweetmeme hat sich innerhalb weniger Tage/Wochen zu meinem Liehlings-Tool zur Beobachtung der Twittersphäre gemausert. Brisante Themen und Links werden durch einen Algorithmus anhand mehrerer Kriterien bewertet und ähnlich wie bei der Social-News Website Digg in einem Ranking dargestellt.

Gestern wurde endlich die seit einiger Zeit angekündigte Live-Version des Memetrackers freigeschaltet. Neue Einträge kommen – je nach Filteroption – mehr oder weniger schnell in einem durchgehenden Datenstrom und verdrängen gleichzeitig ältere Nachrichten. Laut Tweetmeme-Gründer Nick Halstead wird für den Live-Modus die selbe Technologie verwendet, die Friendfeed seit kurzem in Zusammenarbeit mit Twitter testet, um Tweets in Echtzeit in das System einzuspeisen. Dabei bekommen die Web-Services nicht mehr wie von Twitter anfangs angedacht einen XMPP-Stream, sondern setzen auf eine HTTP-basierte Methode, die eine bessere Performance bietet.

tweetmeme_live

Zusätzlich zu der Einteilung in Kategorien, gibt es seit neuestem auch die Möglichkeit Tweets nach Channels zu sortieren. Diese spezialisieren sich auf aktuelle Ereignisse, wie zum Beispiel den Earth Day oder die TheNextWeb-Konferenz .

Tweetmeme: Der Aggregator für Twitter-Links

17282v2-max-250x250Mit dem ständigen Wachstum der Twittersphäre und damit den geposteten Links und Neuigkeiten, nimmt auch die Unübersichtlichkeit immer weiter zu. Mit einer hohen Following-Anzahl, wird auch das Spektrum gleichzeitig immer umfangreicher. Somit wird es für den Einzelnen immer schwerer Trends unter den von Twitter-Usern diskutierten Themen zu erkennen. Brisante Themen finden mit mehreren Retweets, also das Wiederholen eines besonders interessanten oder erwähnenswerten Tweets, schnell den Weg durch die Untiefen des Twitterversiums. Doch welche Links sind wirklich relevant für eine größere Zielgruppe? Dieser Frage stellen sich einige Webservices, die quasi die Aktivitäten von allen Twitter-Usern aggregieren, analysieren und gebündelt ausgeben. Tweetmeme bietet genau so einen Dienst an:

bild-16

Beim ersten Blick lässt sich die Ähnlichkeit zum populären “Social News”-Marktführer Digg nicht abstreiten. Die Einträge auf Tweetmeme sind in verschiedene Kategorien unterteilt und werden anhand von mehreren, natürlich streng geheimen, Merkmalen einem Ranking unterzogen. Beliebte und heiß diskutierte Links schaffen den Sprung auf die Hauptseite schneller, andere werden erst gar nicht so populär und fristen ihr Dasein auf den unteren Plätzen. Ein ausgeklügelter Algorithmus berechnet die Relevanz eines Tweets bzw. den nachfolgenden Retweets und sorgt so für ein stetig aktuelles Abbild der Diskussionen in der Twitter-Welt.

Eine weitere Ähnlichkeit zu Digg findet sich bei dem kleinen Retweet-Buttons am linken Rand. Während diese auf Digg zum simplen Diggen, also Voten, dienen, wird bei Tweetmeme direkt die jeweilige Story auf dem eigenen Twitter-Account mit einem Retweet versehen. Im Grunde basieren beide Elemente auf den gleichen Ideen, Tweetmeme verlagert den Dienst aber komplett auf Twitter und verbreitet sich selbst dabei wahnsinnig schnell. Das Portal setzt geschickt einen @tweetmeme Zusatz in den ausgehenden Retweets und nützt die von den Usern generierten Netzwerkeffekte aus, um selbst noch mehr User anzulocken.

Tweetmeme hat durchaus potenzial zum Anlaufpunkt für interessante Links im Netz zu werden. Man darf gespannt sein, ob es sich bei steigendem Wachstum von Twitter schon bald zu einer ernsthaften Konkurrenz für Social News Websites entwickelt.

ReTweet Etiquette

icon_dFür viele Twitter-Neueinsteiger ist es oft auf den ersten Blick schwierig, die inoffiziellen “Regeln” von Twitter auf Anhieb zu durchblicken, da sie eben nicht niedergeschrieben sind und sich von Zeit zu Zeit weiterentwickeln. Twitter zeichnet sich durch die ständige Anpassung durch die einzelnen Nutzer aus.

Eine etablierte Kommunikationsform auf Twitter ist das so genannte “ReTweeten”. Hierbei wird ein einzelner Tweet wiederholt, weil er beispielsweise besonders interessant ist oder eine wichtige Botschaft enthält. Im Laufe der Zeit hat sich folgendes Schema für ReTweets entwickelt:

RT @username: Original Tweet [Deine Nachricht]

Um noch genauer auf den nicht amtlichen Retweet-Standard einzugehen, hat Dan Zarella in seinem Blog einige gute Umgangsformen für ReTweets zusammengefasst – hier meine Übersetzung ins Deutsche:

  1. ReTweets sollten nicht mit einem @-Zeichen anfangen, weil so die Nachricht nur bei Personen erscheint, die dir selbst und dem ursprünglichen Autor folgen. Dies verhindert eine große Reichweite und Verbreitung des ReTweets.
  2. Versuche zumindest den ursprünglichen Twitter-User zu erwähnen. Zusätzlich kann der Name der Person, deren ReTweet du gesehen hast, genannt werden.
  3. Der Abschnitt “@Username”, gleich am Anfang nach “RT”, ist für den ursprünglichen Poster reserviert. Wenn du den Twitterer, dessen ReTweet du entdeckt hast, auch nennen willst, kann dieser mit “via @username” am Schluss angehängt werden.
  4. Enthält der ursprüngliche Tweet einen Handlungsaufruf, wie zum Beispiel “please ReTweet”, sollte sich dieser auch im ReTweet befinden.
  5. Falls der Orginal-Tweet einen Link beherbergt hat, sollte dieser unbedingt im ReTweet stehen. Außerdem ist es nicht sinnvoll, einen bereits verkürzten Link mit einem anderen Dienst ein noch einmal zu kürzen.
  6. Im Falle, dass sich im ursprüngliche Tweet ein #Hashtag befindet, sollte man versuchen, diesen auch im ReTweet unterzubringen.
  7. Natürlich sind Twitter-Nachrichten auf 140 Zeichen beschränkt, deshalb sollte man so viel wie möglich vom Orginal-Tweet beibehalten. Eigene Kommentare können am Ende angehängt werden.

Natürlich ist diese Etiquette nur eine grobe Richtlinie zum Retweeten. Da Twitter eine lebendige Kommunikationsform ist, kann es sein, dass sich die Umgangsweisen laufend ändern.